OpenWorld

Oracle setzt jetzt stärker auf In-Memory

23.09.2013 von Thomas Cloer
Oracle-Chef Lawrence "Larry" Ellison hat die Hausmesse OpenWorld in San Francisco gestern mit einer 90-minütigen Keynote eröffnet.

Darin ging es schwerpunktmäßig darum, wie jetzt auch Oracle seine Datenbank komplett im Arbeitsspeicher laufen lässt und damit drastisch beschleunigt. Zuerst hatte der historisch stärker auf Applikationen fokussierte deutsche Erzrivale SAP mit seiner Hana-Plattform diesen Weg eingeschlagen. Oracle, dessen angestammtes Kerngeschäft Datenbanken sind, setzt nun auch auf die sogenannte In-Memory-Technik, die die Oracle-Datenbank bis zu 100 Mal schneller machen soll. "Dinge, die früher Stunden dauerten, lassen sich jetzt in Sekunden erledigen", versprach Konzernchef Ellison zur OpenWorld-Eröffnung.

Der CEO hatte aber auch verschiedene neue Oracle-Hardware im Keynote-Gepäck, darunter eine neue Appliance für Datenbank-Backups und neue Server auf Basis der jüngsten SPARC-Generation "M6". Diese unterstützen bis zu 32 Terabyte DRAM-Arbeitsspeicher, in denen man komplette Applikationen ablaufen lassen kann.

Am Rande zeigte sich der passionierte Skipper Ellison dann auch noch begeistert darüber, dass das von Oracle gesponserte Team USA gestern seine beiden Rennen beim Americas Cup gewinnen konnte und damit einen 13. Wettbewerbstag erzwang.

Mit Seitenhieben gegen die Konkurrenz hielt sich Ellison für seine Verhältnisse erstaunlich zurück, berichtet Arik Hessedahl bei "All Things D"; lediglich gegen die IBM gab es ein paar Sticheleien.

Was die Marktbegleiter freilich nicht davon abhielt, ihrerseits gegen Oracle vom Leder zu ziehen. "Schön zu hören, wie Larry aus Hasso Plattners Spielbuch vorsingt, aber Oracle verpasst immer noch das Wesentliche", lästerte etwa SAP-Sprecher Jim Denver in einem E-Mail-Statement. "Sie versuchen immer noch, Datenbankabfragen schneller zu machen, lassen aber die Chance aus, gleichzeitig das Data Management zu vereinfachen."

Larry Ellison bemühte sich in seiner Keynote außerdem wieder einmal, den Kunden die hochintegrierten "Engineered Systems" seiner Firma schmackhaft zu machen. Die seien für bestimmte Anwendungen oftmals einfach deutlich besser geeignet als die heutzutage in Rechenzentren übliche Ansammlung von x86-Servern, virtualisiertem Linux und Ethernet. "Wir denken, dass Sie extreme Leistung dadurch erhalten, dass wir Hard- und Software zusammen designen. Sie brauchen damit weniger Systeme und müssen weniger dafür ausgeben. Sie benötigen weniger Floor Space und Strom für den Betrieb und haben weniger Arbeit damit."

Bislang ist es Oracle nicht gelungen, das mit Sun Microsystems im Jahr 2010 übernommen Hardwaregeschäft mit neuem Schwung zu versehen. Das Business mit Commodity-Servern geht stetig zurück, und die "Engineered Systems" wachsen nicht ausreichend schnell, um das abzufedern.