Qimonda AG

Qimonda trennt IT ab und baut sie neu auf

19.10.2007 von Rolf Röwekamp
Die Qimonda AG trennt ihre IT von der Infineon AG und baut eine eigenständige IT Systemlandschaft auf. Allein den Carve-Out der IT wickelte CIO Karl Pomschar in 102 Projekten ab.

Der Speicherchip-Hersteller Qimonda AG trennt ihre IT vom Halbleiterhersteller Infineon. Gleichzeitig baut Qimonda eine eigenständige zukunftsweisende IT-Systemlandschaft auf. Der IT Carve-Out-Teil alleine wurde in 102 Projekten abgewickelt. Das IT-Carve-Out-Programm Abtrennung von der Muttergesellschaft Infineon AG und den weltweiten Neuaufbau der Qimonda AG.

Programmziel ist die Teilung der IT Organisation und der IT Systeme bei Sicherstellung von "unterbrechungsfreiem" Betrieb während der Unternehmensteilung. Hierbei liegt der Fokus auf der physikalischen sowie logischen Trennung aller relevanten IT Prozesse, Systeme/Plattformen, Applikationen und IT Services unter konsequenter Umsetzung der Qimonda-weiten Lean Six Sigma Prinzipien. Neben der Sicherstellung eines eigenständigen operativen Betriebs wurde eine Kostenreduzierung von mehr als zehn Prozent erreicht.

Besondere Rahmenbedingungen stellt die angestrebte Anpassung der Systemlösungen bezüglich der operativen (Rightsizing) und künftiger strategischer Eignung (Best-Fit) für Qimonda dar.

Als Beispiele für die Fokussierung auf eine zukunftsweisende Qimonda IT-Systemlandschaft können die Einführung einer eigenen, auf MPLS (Multi Protocol Label Switching) basierenden WAN Infrastruktur, die firmenweite Nutzung von VoIP Technologie, die Einführung einer globalen IT Service Struktur (ITIL), weltweite VM Ware Infrastruktur, die Zertifizierung auf CMMI Software Entwicklungsstandards sowie die Plattformkonsolidierung auf SAP Basis (SAP Netweaver, Einführung SAP APO (Advanced Planning Optimizer, SAP ERP) genannt werden.

e Münchener Qimonda AG ist ein weltweit führender Anbieter von Speicherprodukten mit einem breiten, diversifizierten DRAM-Produktportfolio. Im Geschäftsjahr 2006 erzielte Qimonda einen Umsatz von 3,81 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt weltweit über rund 13.000 Mitarbeiter, greift auf fünf 300-mm-Fertigungsstätten auf drei Kontinenten zurück und betreibt sechs Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen.

Projektkategorie

IT-Integration

Projektart

Programm: Abtrennung der Qimonda AG von der Infineon AG

Branche

Industrie

Zeitrahmen (Dauer des Projekts)

18 Monate: Oktober 2006 bis März 2008

Projektmitarbeiter (intern/extern)

70 (intern), 130 (extern)

Aufwand (Manntage/€)

35.200 Manntage (Anwender: 11.200, Dienstleister: 24.000)

Einsatz

weltweit, an Standorten in Europa, USA und Asien

Zahl der Nutzer/User

13.000

eingesetzte Produkte

- SAP Advanced Planner Optimizer (APO),
- SAP Neweaver Plattform,
- SAP Global ERP, Abbildung unternehmensweiter Geschäftsprozesse,
- Fully managed WAN using Multi Protocol Label Switching (MPLS),
- Weltweite Nutzung von VoIP,
- Standardsoftware wie z. B. Microsoft Office, Exchange Oracle, Tibco, Windows -& Unix-Betriebssysteme, etc.,
- weltweit einheitliche Strukturierung der angebotenen IT-Dienstleistungen (ITIL),
- VM Ware, globaler Einsatz der Virtualisierungsplattform,
- CMMI basierte Software-Entwicklung
- Lean Six Sigma basierte Optimierung der Incident Management Prozesse