Standardisierung zurück

4 Folgen von iPad, BYOD & Co. für die IT

31. Januar 2012
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Nach der Gerätevielfalt erwarten die Analysten von Saugatuck die Rückkehr zu Standards. Zentrale Management-Ansätze und Geräte-Normen setzten sich wieder durch.

Revolutionen wohnt stets die Möglichkeit einer Konterrevolution inne, auf Umbrüche folgen zumeist Konsolidierungsphasen – wenn nicht sogar ein echter konservativer Rollback. In der Unternehmens-IT wird sich bald ähnliches abspielen, glaubt man den Analysten von Saugatuck. Sie lassen keinen Zweifel daran, dass die Konsumerisierung der IT gewohnte Abläufe auf vielen Ebenen umkrempeln wird. Konzepte wie Bring-Your-Own-Device (BYOD) ließen sich aber nicht endlos weit treiben, weshalb das Comeback derzeit aus der Mode gekommener Ansätze wie Zentralisierung, Standardisierung und Governance bevorstehe.

Wohin führt der Weg? Laut Saugatuck von der Consumer-Ausrichtung der IT wieder zur Standardisierung.
Wohin führt der Weg? Laut Saugatuck von der Consumer-Ausrichtung der IT wieder zur Standardisierung.
Foto: Lilya, Fotolia.de

Saugatuck-Analyst Bruce Guptill hat eine technologische Verbrauchermesse – die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas – zum Anlass genommen, nach den Auswirkungen der dort präsentierten Entwicklungen auf die IT in Firmen zu fragen. Vier Trends klopft er auf diese Weise ab.

Apple-Dominanz bei Tablets mindestens bis 2012

1. „i-Domination“ im Tablet-Markt: Der Angriff auf den Tablet-Marktführer Apple ist nach Saugatucks Lesart erst einmal vollends gescheitert. Kein Herausforderer habe es bisher vermocht, Apples Gestaltungsmacht auf diesem Markt anzukratzen, seine Entwickler zu verstören oder seinen Kunden andere Produkte als das iPad schmackhaft zu machen. Dieser Zustand hält laut Guptill wohl bis Ende 2013 an. Mit einer Ausweitung der Business-Funktionalitäten wie iCloud sei deshalb zu rechnen, auch wenn Apple nach eigenem Selbstverständnis nicht in die Enterprise-IT strebe.

Für die Unternehmen bedeutet das: Mehr Tablets bei den Mitarbeitern heißt mehr iPads im Unternehmen. Dieser Umstand erleichtere es, auf Basis einer iPad-Standardisierung die User-Governance zu vereinfachen und zu verschlanken – vor allen Dingen in BYOD-Umwelten. Zugleich werde Apple den Wünschen auch der Business-Kunden entsprechen wollen, was eine komplexe Herausforderung für Entwickler, unabhängige Software-Anbieter und Service-Provider bedeute. Gute Absatzchancen ergeben sich daraus laut Saugatuck für Middleware.