IT-ARBEITSMARKT

Anwender profitieren von der Branchenkrise

05. November 2001
Von Gerd Schmid
Die vergangenen Jahre waren hart für die IT-Professionals in den Unternehmen: Mit den Umstellungen auf das Jahr 2000 und den Euro hatten sie zwei Riesenprojekte zu betreuen, für die es zu wenige Experten gab. Jetzt entspannt sich die Lage wieder.

QUALIFIZIERTE MITARBEITER werden immer gesucht.Daran wird sich, wenn man den Arbeitsmarktexpertenglauben darf, auch in Zukunft nichts ändern. Vor allem inden Anwenderbetrieben wird mit einem weiter steigendenPersonalbedarf gerechnet. Dort sind Hard- und Softwarenicht Selbstzweck, sondern Arbeitsmittel für das eigentlicheGeschäft; und solange das läuft, werden Leute gebraucht,die sich kompetent um die Systeme kümmern und hierdas Maximum herausholen. Darüber hinaus sollen sie dieUnternehmen fit machen für das Internet-Zeitalter.

Werner Dostal von der Bundesanstalt für Arbeit beobachtet selektive Einstellungen, aber keine Nachfragewelle wie zwischen 1996 und 2000.
Werner Dostal von der Bundesanstalt für Arbeit beobachtet selektive Einstellungen, aber keine Nachfragewelle wie zwischen 1996 und 2000.

Große Investitionen allerdings sind bei den Anwendernderzeit kaum drin, auch nicht in die Personalausstattung.Matthias Tödter von der Hamburger Geco IT-Consultingversteht das gut: „Die hatten gerade zwei sehr teureGroßprojekte zu bewältigen – den Jahrtausendwechselund die Euro-Umstellung. Jetzt muss die IT erst einmalmit dem leben, was sie hat.“

„Ein paar neue Leute werden die meisten trotzdemeinstellen müssen“, vermutet hingegen Ottmar Seiler, SeniorConsultant bei der Personalberatung MRI Deutschland inMünchen. „Gerade bei diesen beiden Projektenhaben zahlreiche Unternehmen ihre Systeme, statt sie nurzu flicken, gleich auf den aktuellen Stand gebracht. Fürdie brauchen sie jetzt Mitarbeiter, die ebenfalls auf demneuesten Stand sind, obwohl die Budgets allgemein leichtzurückgefahren werden.“

Gelegenheit zur Verstärkung der Teams

Für die Anwenderunternehmen ist die derzeitige Krise derIT-Branche so etwas wie ein Geschenk des Himmels. NachJahren, in denen sie kaum eine Chance hatten, Spitzenkräftegegen die Konkurrenz internationaler IT-Konzerne zugewinnen, ist nun plötzlich Schlussverkauf. Viele großeAnwender, die sich zuletzt zum OutsourcingOutsourcing wesentlicherIT-Operationen gezwungen sahen, weil sie die nötigenSpezialisten nicht oder nur zu enormen Kosten bekommenkonnten, nutzen jetzt die Chance, sich zu verstärken. Alles zu Outsourcing auf CIO.de