350 Teilnehmer auf der ersten deutschen "Demo"

Erfindermesse zieht IT-Entscheider an

16. Oktober 2007
Horst Ellermann ist Herausgeber des CIO-Magazins.
Auf der ersten Erfindermesse der Marke "Demo" in München tummeln sich neben Venture Capitalists auch zahlreiche IT-Entscheider. Präsentiert haben die 20 Erfinder im Forum des Deutschen Museums in München ausschließlich Innovationen, die ohne IT gar nicht funktionieren würden.

Axel Knobe, zuletzt in leitender IT-Funktion bei T-Systems, hat die Lust an Großkonzernen verloren und streunt jetzt in eigener Sache über die "Demo". Die Erfindermesse reizt den ehemaligen Gedas-Chef, da er bereits jetzt aus eigener Tasche in ein Unternehmen investiert, das den Verschnitt von Stoffen in der Möbelindustrie reduziert - dank IT natürlich. Und er sucht weiter nach Ideen, mit denen Jungunternehmer Prozesse in Großunternehmen verschlanken könnten - wenn man sie denn vorsprechen ließe.

Vorsprechen können die 20 Erfinder mit guten Ideen auf der Demo immerhin für sechs Minuten. So lange gewähren ihnen die Veranstalter von MagniGroup und IDG-Verlag, um auf der Bühne des Forums im Münchener Deutschen Museum ihre Produkte vorzustellen. Im Publikum sitzen an diesem Dienstag rund 250 Venture Capitalists, Journalisten und weitere IT-Interessierte. Rund 100 weitere Teilnehmer streifen durch die umliegenden Räume, in denen die Erfinder Hintergründiges über ihre Produkte erzählen. Auf der Bühne haben sie schließlich nur wenig Gelegenheit dazu. Außerdem sind Powerpoint-Präsentationen dort verboten. Überzeugen können dort also die Erfinder am besten, die anfassbare Produkte haben, am besten welche, die auch noch blinken und funken.

So sind denn auch mobile IT-Erfindungen reichlich vertreten. Location Based Services stehen hoch im Kurs. Neue Suchmaschinen versuchen auf mobilen Geräten bessere Ergebnisse zu liefern, als die, die durch GoogleGoogle unendlich langsam auf das Display kriechen. Alles zu Google auf CIO.de

Nicht alle Ideen sind für Unternehmer oder CIOs direkt anwendbar. Interessant sind sie jedoch allemal. So präsentieren zwei Russen ihre Software, die Musik in ihre einzelnen Kanäle zerstückelt und auf Handys verteilt. Kids dudeln damit nicht länger ihre Lieblingslieder auf einem Gerät ab, sondern eventuell nur noch das Gitarren-Solo. Finden sich zwei Handy-Besitzer zum gleichen Hit, kann der zweite als Drummer einsteigen. Klingt absurd. Kann aber zum Kassenschlager werden, wie die Vermarktung von Klingeltönen bewiesen hat. Oliver Samwer, der Gründer von Jamba, hat in seiner Eröffnungsrede auf der Demo darauf hingewiesen, dass das finstere Mittelalter (2001 bis 2005) im deutschen Erfinderzeitalter vorüber sei. InnovationInnovation dürfen wieder freakig daher kommen, ohne sofort als Spinnerei abgetan wurde. Vielleicht entdeckt ja auch Axel Knobe sein Herz für den Mobilfunk wieder.

Weitere Informationen zur Demo finden Sie hier. Alles zu Innovation auf CIO.de

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Themen: Google und Innovation

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