Public IT


HIS in Hannover

Hochschul-IT-GmbH soll Genossenschaft werden

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public ICT, Telekommunikation und Social Media.
Die maßgeblich am Debakel um das Verfahren zur Vergabe von Studienplätzen beteiligte staatliche Firma soll umstrukturiert werden. Vielleicht klappt es ja dann doch noch mit der zentralen Studienplatzvergabe DoSV.

Wer erinnert sich noch an das „Dialogorientierte Serviceverfahren" (DoSV)? Kurzer Rückblick: Da immer wieder begehrte Studienplätze an deutschen Hochschulen freibleiben, da die Universitäten sie ohne Rückkoppelung mit anderen Hochschulen vergeben, Bewerber kurzfristig oder gar nicht absagen und das Nachrücken zu lange dauert, sollte eine zentrale, Internet-basierte Plattform die Vergabe erleichtern.

Doch die Anbindung der von T-Systems entwickelten Plattform an die Hochschulen ist seit Jahren ein scheinbar unlösbares Problem. Ausgerechnet die von der Bund-Länder-GmbH HIS in Hannover mit der inzwischen veralteten Software HIS GX ausgestatteten Hochschulen konnten keine Verbindung zur T-Systems-Plattform aufbauen.

Wer seinen Doktor machen will, braucht zuvor erst einmal einen Studienplatz. Diese werden derzeit noch per Hand verteilt.
Wer seinen Doktor machen will, braucht zuvor erst einmal einen Studienplatz. Diese werden derzeit noch per Hand verteilt.
Foto: Yuri Arcurs - Fotolia.com

HIS betreut jedoch zu 90 Prozent die Campus-Managementsysteme der deutschen Hochschulen. Größter privater Wettbewerber sind die Hamburger Datenlotsen, die, so hört man, bei der EU-Kommission Beschwerde wegen „unerlaubter Beihilfe" gegen die Subventionierung der HIS durch den Bund eingelegt hatte.

Nun ist es sehr still geworden um das millionenteure und durchaus sinnvolle Vergabeverfahren, das ursprünglich schon zum Wintersemester 2011 starten sollte, aber bis heute immer noch nicht im Regelbetrieb ist. Ob das Verfahren jemals erfolgreich eingeführt wird, steht in den Sternen. Keine Hochschule will die erste sein. Sie fürchten, dass es nicht klappt und sie dann ohne Studenten da stehen. Und sie scheuen sich vor teuren Investitionen in ihre über Jahrzehnte vermurkste Legacy-Software, die sie generalüberholen oder komplett austauschen müssten.