Gerhard van der Giet folgt auf Klaus Hahnenfeld

Linux-Freund wird neuer CIO im Verteidigungsministerium

06. Dezember 2002
Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Das Bundesverteidigungsministerium hat Gerhard van der Giet zum neuen IT-Direktor mit Sitz am Standort Bonn berufen. Der ehemalige Ministerialrat war zuvor als Referatsleiter für "IT Grundsatzfragen, zentrale IT- Systeme und Anwendungen" im Deutschen Bundestag tätig.

Der geborene Niederrheiner folgt damit MinisterialdirigentKlaus Hahnenfeld, der seit 26. Februar dieses Jahres alsLeiter des Gründungsstabes der IT-Gesellschaft derBundeswehr wirkt. Der Start der neuen Gesellschaft ist fürdas Frühjahr 2003 vorgesehen. In der Zwischenzeit hatteOberst Berndt Glowacki das Amt des IT-Direktorskommissarisch übernommen.

Gerhard van der Giet, neuer IT-Direktor im Bundesverteidigungsministerium
Gerhard van der Giet, neuer IT-Direktor im Bundesverteidigungsministerium

Das Ministerium präsentiert van der Giet als "ausgewiesenenFachmann für Informationstechnik, der zugleich über dienotwendigen Erfahrungen im Management der öffentlichenVerwaltung verfügt". Der neue IT-Direktor wird lautMinisterium nicht nur die Kompetenz haben, den IT-Bedarf zudefinieren, sondern verfüge auch über die notwendigenfinanziellen Mittel, die Vorhaben zu realisieren. Er sollvor allem die begonnene Reform und Modernisierung der IT inder Bundeswehr fortführen.

Die Bundeswehr will bekanntlich ihre gesamte Friedens-IT ineine mit dem Konsortium um die CSC-Ploenzke-Gruppe neu zugründende Gesellschaft auslagern, an der das Ministerium 49Prozent Anteil halten wird. Die "Herkules" genannte Aufgabegilt als bislang größtes Generalunternehmer- undOutsourcing-Projekt der Bundesregierung.

Der 55-jährige verfügt über je einen Doktortitel in Physikund in Kommunikationswissenschaften. Bereits alswissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bonnschrieb er Forschungsarbeiten für dasVerteidigungsministerium. 1986 fing van der Giet als Leiterdes Referats Kommunikationstechnik beim Deutschen Bundestagan. Später war er nicht nur für IT-Grundsatzfragen, sondernauch für die "Datenverarbeitung Bibliothek/Verbund derBibliotheken der obersten Bundesbehörden"verantwortlich. Als Vorsitzender des Arbeitskreises derIT-Referenten der deutschen Landesparlamente unterstütztevan der Giet ab 1991 seine Kollegen. Auch die Parlamente inPolen, Russland und Argentinien beriet er bei IT-Projekten.

Im Bundestag war Ministerialrat van der Giet als Sekretärder Kommission des Ältestenrates für neue Kommunikations-und Informationstechniken und -medien, auch für jeneKommission zuständig, in der die Entscheidung für denEinsatz von Linux im Bundestag vorbereitet wurde. Im Märzdieses Jahres hatte der Ältestenrat des Bundestages mit denStimmen von SPD und Grünen entschieden, dieMicrosoft-Software auf den rund 150 Servern des Bundestagsdurch das freie Betriebssystem Linux zu ersetzen. Die etwa5000 Rechner an den Arbeitsplätzen der Abgeordneten wurdenjedoch mit Windows XP ausgerüstet.

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