Mit 100 km/h durch den Eiskanal

Manager in Extremsituationen

11. März 2015
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Spitzensportler sind Profis in den Themen Führung, Selbstführung und im punktgenauen Abrufen von Höchstleistung. Die mehrfachen Weltmeister und Olympiasieger Andreas und Wolfang Linger haben gemeinsam mit einem Management-Coach ein Seminar entwickelt, das Theorie und eine Doppelsitzerfahrt kombiniert.
Andreas Linger, Wolfgang Linger und Christian Reitterer haben gemeinsam ein Managementseminar entwickelt.
Andreas Linger, Wolfgang Linger und Christian Reitterer haben gemeinsam ein Managementseminar entwickelt.

Manager haben in ihrer Laufbahn schon viel gesehen und erlebt, doch diese Situation dürfte für die meisten von ihnen neu sein. Neben einem mehrfachen Weltmeister und Olympiasieger stehen sie in einem hautengen Rennanzug auf der Weltcuphöhe der Rodelbahn im österreichischen Igls. Nach den letzten Anweisungen für die Fahrt setzen beide ihre Helme auf und steigen in den Schlitten, bereit für die Abfahrt. Als eine Lautsprecherstimme "Rennen frei" ansagt und die Rennampel auf grün wechselt, beginnt die rasante Fahrt durch den Eiskanal mit mehr als 100 Stundenkilometern.

43 Sekunden durch den Eiskanal

Etwa 43 Sekunden dauert die Fahrt durch den Eiskanal. Sie ist Teil eines Managerseminars, das die ehemaligen aktiven Rennrodler und Brüder Andreas und Wolfgang Linger gemeinsam mit dem Managementcoach Christian Reitterer entwickelt haben. Entstanden ist die Idee in einer Phase, als es für die Brüder nicht rund lief. "Der Kontakt zu Christian Reitterer war für mich und meinen Bruder sehr lehrreich, insbesondere mit der schwierigen Vorgeschichte vor den Olympischen Spielen in Sotchi", sagt Andreas Linger.

Trotz Seriensiegen und sehr erfolgreicher Saisonen entschieden die Brüder sich 2012 dazu, einen Schritt zurückzugehen und ihr Material weiterzuentwickeln. Das stellte sich als sehr schwierig heraus. "Dass wir in Sotchi Silber erreichen konnten, war unter diesen Umständen unser absolutes Maximum", erinnert sich Linger.

"Als wir beschlossen, gemeinsam am Projekt Sotchi 2014 zu arbeiten, haben wir Schritt für Schritt die KarriereKarriere der beiden analysiert und daraus ein Erfolgspuzzle abgeleitet", sagt Christian Reitterer. Das diente als Basis für die Entwicklung des Führungskräfteseminars. Als die Brüder Reitterer erzählten, dass man auf der Rodelbahn in Igls mit einem Gast von der Weltcuphöhe aus starten kann, war die Idee für einen Seminartag mit Fahrt im Eiskanal da. Die Brüder selbst haben auf dieser Bahn bereits mit neun und zehn Jahren ihre ersten Erfahrungen mit dem Eiskanal gesammelt. Als sie im März 2014 ihre Profikarriere beendeten, traten sie als erfolgreichste Doppelrodler in der Geschichte Österreichs ab. Alles zu Karriere auf CIO.de

Was Spitzensportler und Führungskräfte eint

"Superstars im Spitzensport formen heutzutage ein eigenes Team um sich. Da führt nicht mehr der Trainer das Team sondern die Sportler", so Reitterer. Das sei vergleichbar mit Führungsaufgaben in Firmen. "Der Seminartag dreht sich um die Frage, wie man als Manager ein High Performance Team formt und seine eigene Selbstwirksamkeit erhöht", sagt Reitterer. Die Themenschwerpunkte sind FührungFührung, Selbstführung und das punktgenaue Abrufen von Höchstleistung. Alles zu Führung auf CIO.de

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