John Chen

Neuer Blackberry-Chef erwartet Gewinn erst 2016

08. Januar 2014
Viele haben den notleidenden Smartphone-Pionier Blackberry schon abgeschrieben. Nicht schlimm, sagt der neue Chef John Chen. So habe er mehr Ruhe, ein Comeback zu schmieden. Vorerst will Chen aber jeden Dollar zwei Mal umdrehen.

Der neue Blackberry-Chef John Chen rechnet mit einer langen Durststrecke für den angeschlagenen Smartphone-Pionier. Chen erwartet einen Gewinn erst wieder im Geschäftsjahr 2016, das bis übernächsten Februar läuft. Der 58-jährige will BlackberryBlackberry mit einem Fokus auf Firmenkunden, günstige Handys für Asien und vernetzte Technik retten. "Es wird schwierig, aber wir können es schaffen", sagte Chen auf der Elektronik-Messe CES in Las Vegas am Dienstag. Alles zu Blackberry auf CIO.de

Zuallererst wolle er sich auf die 80.000 Unternehmenskunden konzentrieren, sagte Chen. Zugleich solle im Rahmen der neuen Partnerschaft mit dem Auftragsfertiger Foxconn ein günstiges Telefon für Asien mit einem Preis von weniger als 200 Dollar entwickelt werden.

Das Betriebssystem QNX, das die Basis der Blackberry-Software bildet, will Chen aggressiv in der Kommunikation zwischen vernetzten Geräten etablieren. "Wir haben in der Vergangenheit das Potenzial von QNX nicht ausgeschöpft", räumte er ein. "Selbst wenn wir uns vorstellen, dass jeder Erdbewohner irgendwann zwei Handys hätte, wären es auch nur gut 14 Milliarden Telefone. Der Markt für die Kommunikation zwischen Geräten und Maschinen ist viel, viel größer."

Blackberry hatte in den vergangenen Jahren massiv Marktanteile verloren und konnte auch mit neuen SmartphonesSmartphones bisher nicht mit Googles Android-Plattform und Apples iPhones mithalten. Im vergangenen Quartal hatten massive Abschreibungen und maue Verkäufe Blackberry einen Rekordverlust von 4,4 Milliarden Dollar eingebrockt. Durch die Produktionspartnerschaft mit Foxconn werde es in Zukunft keine solchen Abschreibungen auf nicht verkaufte Geräte mehr geben, betonte Chen. Alles zu Smartphones auf CIO.de

Ein weiterer Hoffnungsträger des Managers, der einst die Software-Firma Sybase vom Rand des Abgrunds zurückholte, ist der hauseigene Messaging-Dienst BBM. "Unternehmen brauchen solche sicheren Systeme für die interne Kommunikation", betonte er. Eventuell lasse sich damit Geld verdienen.

Blackberry steige nicht aus dem Verbrauchermarkt aus, betonte Chen. Das lukrativere Unternehmensgeschäft habe in der klammen Finanzlage aber Vorfahrt: "Wenn ich entscheiden muss, ob ich einen Dollar bei Firmenkunden oder Verbrauchern investieren muss, entscheide ich mich für Firmenkunden." Deshalb werde Blackberry auch nicht versuchen, ein Verbrauchergerät in der Liga eines iPhoneiPhone oder eines Galaxy S4 von Samsung zu entwickeln. Alles zu iPhone auf CIO.de

Chen war Anfang November als Blackberry-Chef eingesprungen, nachdem der aus Deutschland stammende Thorsten Heins inmitten schlechter Zahlen gehen musste. Offiziell wurde Chen bisher noch als Interimschef bezeichnet, er ließ in Las Vegas jedoch keine Zweifel daran, dass er den Job dauerhaft übernehme. (dpa/rs)

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