Baumärkte in Deutschland

Obi erwartet weitere Marktbereinigung

21. Juli 2014
Die Praktiker-Pleite hat die deutsche Baumarkt-Landschaft deutlich verändert. Doch der Chef des Obi-Mutterkonzerns Tengelmann ist sicher: Die Marktbereinigung ist noch nicht abgeschlossen.

Der Einzelhandelskonzern Tengelmann (Obi, KiK) rechnet auch nach der Praktiker-Pleite mit einer weiteren Marktbereinigung bei Deutschlands Baumärkten. "In den USA gibt es zwei große Ketten, ebenso in Frankreich, in Großbritannien eine. In Deutschland gibt es selbst jetzt noch sechs Unternehmen. Das sind zu viele", sagte Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub der Tageszeitung "Die Welt" (Montag). Die KonsolidierungKonsolidierung des Marktes sei deshalb mit der Praktiker-Pleite nicht abgeschlossen. Alles zu Konsolidierung auf CIO.de

Für Obi selbst sieht Haub allerdings in Deutschland durchaus noch Wachstumschancen. "Obis Deutschlandkarte hat noch weiße Flecken, auch nach der Übernahme von rund 20 Praktiker-Märkten in diesem Jahr", meinte er. Deutlich expandieren will Obi in Russland. Derzeit sei die Kette dort mit 22 Märkten vertreten. "Es können insgesamt fünfzig oder auch hundert werden", sagte Haub. Allein für 2014 seien drei bis vier Neueröffnungen geplant.

Insgesamt sieht der Unternehmer die Wachstumschancen des Handels in Deutschland eher als bescheiden an. "Strukturelles Wachstum durch steigende Bevölkerungszahlen oder ungedeckten Bedarf gibt es hier wohl nicht mehr", meinte er. Die Zeiten seien vorbei, in denen das Geschäftsvolumen jährlich automatisch um zwei, drei oder vier Prozent zugenommen habe.

Haub zeigte sich überzeugt, dass ein großer Teil des Marktes künftig von Cross-Channel-Anbietern geprägt sein werde, also von Unternehmen, die den Verkauf in Geschäften vor Ort mit Online-Angeboten kombinieren. Im reinen Online-Geschäft werde es auf Dauer nur wenige große Anbieter geben. In Marktnischen bleibe aber auch Platz für Spezialisten.

Haub, dessen Firma inzwischen neben den stationären Geschäften auch mehrere Online-Shops betreibt und an mehr als 40 Start-ups beteiligt ist, sieht keine Alternative zu einem offensiven Umgang mit dem Online-Handel. "Es wäre trügerisch zu glauben, wir könnten das traditionelle Geschäft schützen, indem wir keine Online-Shops öffnen. Der Kunde, der online kaufen will, klickt dann eben woanders." (dpa/rs)

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