Anleger skeptisch

Smartphone-Werbung schiebt Umsatz bei Facebook an

29. Januar 2015
Die hohen Erwartungen noch übertreffen und trotzdem nicht richtig überzeugen - Facebook hat das geschafft. Das Online-Netzwerk wächst auf breiter Front, doch die Anleger reagieren skeptisch.

FacebookFacebook wächst weiter kräftig. Das Online-Netzwerk ist zwar nicht mehr der Nutzer-Magnet, der es vor einigen Jahren noch war. Aber dank steigender Werbeeinnahmen bleibt mehr Geld in der Kasse, wie die am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Zahlen für das Schlussquartal 2014 zeigen. Allerdings nehmen auch die Kosten deutlich zu. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat bereits angekündigt, weiter zu investieren, um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten. Alles zu Facebook auf CIO.de

Facebook-Chef Mark Zuckerberg will weiter investieren.
Facebook-Chef Mark Zuckerberg will weiter investieren.
Foto: Facebook

Im vierten Quartal stieg der Nettogewinn von Facebook im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent auf 701 Millionen Dollar (umgerechnet 620 Millionen Euro). Der Umsatz legte um 49 Prozent auf 3,85 Milliarden Dollar zu. Die Prognosen von Analysten wurden damit übertroffen. Im Dezember lag die Zahl der monatlichen Facebook-Nutzer bei 1,39 Milliarden - 13 Prozent höher als im Vorjahr. Im besonders wichtigen mobilen Markt kletterte sie um 26 Prozent auf 1,19 Milliarden.

Die Zahl der täglich aktiven User nahm zuletzt um 18 Prozent auf 890 Millionen zu. Über das gesamte Schlussquartal betrachtet, blieb der Anteil dieser für Facebook wegen ihres starken Engagements wertvollsten Nutzer im Vergleich zum Vorquartal jedoch konstant bei 64 Prozent. Es ist das erste Mal seit dem Börsengang vor zwei Jahren, dass hier kein Anstieg verbucht wurde.

"At Work": Facebook will auch die Intranets von Firmen erobern.
"At Work": Facebook will auch die Intranets von Firmen erobern.
Foto: Facebook

Trotzdem legten die Werbeeinnahmen um 53 Prozent auf 3,59 Milliarden Dollar zu. Etwa 69 Prozent steuerten die zukunftsträchtigen Anzeigen auf mobilen Geräten wie SmartphonesSmartphones bei. Die für das Tagesgeschäft zuständige Top-Managerin Sheryl Sandberg sagte, sie sehe noch viel Spielraum, um die Einnahmen zu steigern. Bei Videos, auf die Facebook zunehmend setzen wolle, oder beim Fotodienst Instagram befinde man sich erst am Anfang der Monetarisierung. Alles zu Smartphones auf CIO.de

Facebook will weiter in großem Stil investieren. Im vierten Quartal kletterten die Kosten bereits um 87 Prozent auf 2,72 Milliarden Dollar. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung erreichten 1,1 Milliarden Dollar und stiegen damit um mehr als das Doppelte. Facebook muss Wege finden, Töchter wie den 3D-Brillen-Spezialisten Oculus VR oder WhatsApp profitabel zu machen. Zuckerberg verglich die teuer eingekaufte Chat-Anwendung mit Facebook im Jahr 2007, als es das Online-Netzwerk noch weitgehend werbefrei war.

Im Gesamtjahr 2014 verdiente Facebook 2,94 Milliarden Dollar. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 58 Prozent auf 12,47 Milliarden Dollar. Die Markterwartungen wurden übertroffen. Doch die Aktie geriet nachbörslich ins Minus. (dpa/tc)

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