Strategien


Vernetztes Arbeiten

Unternehmen drücken sich vor Vernetzung

12. Februar 2015
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Starre Organisationen, kein Mehrwert und Sicherheit gelten als Gegenargumente. Die Initiative geht meist vom IT-Chef aus. Das Management hält sich stark zurück.

CIOs, die CollaborationCollaboration einführen wollen, sollten sich besser nicht auf die Unterstützung vom Vorstand verlassen. Das legt zumindest eine Studie vom Beratungsunternehmen Sopra Steria (vormals: Steria Mummert) nahe. Demnach geht in mehr als jedem zweiten Fall (54 Prozent) die Initiative zu Collaboration vom IT-Chef aus. Alles zu Collaboration auf CIO.de

Unter den Vorständen und Geschäftsführern engagieren sich lediglich 20 Prozent so stark für vernetztes Arbeiten, unter den Fachbereichen sind es 23 Prozent. Immerhin vier Prozent der Befragten nennen einen Social Collaborative Officer als Impulsgeber. Sopra Sterias "Potenzialanalyse Share Economy" basiert auf Angaben von rund 150 Entscheidern.

Dementsprechend liegt die Verantwortung für Collaborative Working denn auch in 62 Prozent der Fälle bei der IT. In 19 Prozent der Fälle haben die Fachbereiche den Hut auf und in 18 Prozent Vorstand beziehungsweise Geschäftsführung.

Meist wird auch innerhalb der IT-Abteilungen vernetzt gearbeitet (86 Prozent). Ansonsten kommt Collaboration in Vertrieb und Marketing (41 und 39 Prozent) sowie Sachbearbeitung, Forschung/Entwicklung und HR zum Einsatz (30, 29 und 27 Prozent).

Insgesamt zählt allerdings mit 17 Prozent noch nicht einmal jeder fünfte Studienteilnehmer zu den Umsetzern von Collaboration. Ihnen stehen 18 Prozent gegenüber, die Sopra Steria als Verweigerer einordnet. Weitere 25 Prozent klassifiziert Sopra Steria als Anfänger, 19 Prozent als Unerfahrene. 14 Prozent stecken in der strategischen Planung und sechs Prozent testen gerade.

Argumente pro und contra

Gebremst wird vernetztes Arbeiten vor allem von Sicherheitsbedenken. Unternehmen hegen rechtliche Bedenken oder wollen ihr Wissen nicht offenlegen. Diese Hemmfaktoren werden am häufigsten genannt. Immerhin gibt aber auch knapp jeder Zweite (47 Prozent) an, starre Organisationsstrukturen behinderten Collaboration. Ebenso viele sehen keinen messbaren Mehrwert.

Wer Collaboration befürwortet, verspricht sich in erster Linie effizientere Prozessabläufe und mehr Produktivität. Außerdem geht es um die bessere Vernetzung mit Kunden, Identifikation von Wissen und mögliche Kostenvorteile.

Nur 40 Prozent mit Kunden und Lieferanten vernetzt

Stichwort Kunden: Nicht alle der Firmen, die bereits vernetzt arbeiten, dehnen dies nach extern aus. Lediglich 40 Prozent sind sowohl mit Kunden als auch mit Lieferanten vernetzt. Weitere 21 Prozent geben an, das zu planen.

CRM, ERP, Sharepoint und Open Source als Collaboration-Tools

Sopra Steria wollte außerdem wissen, welche Lösungen die bereits vernetzten Unternehmen anwenden. 70 Prozent nennen CRM- oder ERP-Lösungen wie SAPSAP, 52 Prozent MicrosoftMicrosoft SharepointSharepoint. 44 Prozent nutzen Open Source-Lösungen, 40 Prozent Workflow- oder Dokumentenmanagement-Anwendungen. Noch ein Ergebnis zu Open SourceOpen Source: Hier führt Open Office die Liste mit elf Prozent der Nennungen an. Alles zu Collaboration auf CIO.de Alles zu Microsoft auf CIO.de Alles zu Open Source auf CIO.de Alles zu Sharepoint auf CIO.de

Nicht immer dürfen die Mitarbeiter, die bereits vernetzt sind, auch an privaten Geräten arbeiten. Dieser Punkt hängt stark vom Gerätetyp ab. So erlauben nur 40 Prozent der Entscheider die Nutzung des geschäftlichen und des privaten PCs (Desktop). Geht es um SmartphonesSmartphones, lassen 57 Prozent die Arbeit an dienstlichem wie privaten Handheld zu. Alles zu Smartphones auf CIO.de