Konzernchef Vittorio Colao

Vodafone vor Komplettübernahme von indischer Tochter

10. April 2014
Vodafone steht vor der Komplettübernahme seiner indischen Tochter: Der britische Telekomkonzern hat seinen Anteil an Vodafone India deutlich aufgestockt.

Für umgerechnet knapp 1,1 Milliarden Euro erwarb Vodafone weitere elf Prozent und damit alle Anteile des
Verpackungskonzerns Piramal an Vodafone India, wie dieser am Donnerstag mitteilte. Bisher hält Vodafone direkt und indirekt 84,5 Prozent. Im Februar hatte das indische Kabinett den Briten den Erwerb
der übrigen Aktien erlaubt.

Bis Juli 2013 war es ausländischen Investoren gesetzlich verboten, mehr als 74 Prozent der Aktien an einem indischen Telekomkonzern zu erwerben. Seitdem diese Hürde gefallen ist, will Vodafone seinen Einfluss ausbauen. Vodafone India ist der zweitgrößte Anbieter im Land. Indien ist mit zuletzt rund 160 Millionen Mobilfunkkunden Vodafones größter Markt. Der Konzern will in Asien wachsen und so die Preiskämpfe in angestammten Märkten wie Europa ausgleichen.

Die Kriegskasse von Konzernchef Vittorio Colao ist prall gefüllt. Obwohl der Konzern in einer Sonderausschüttung rund 84 Milliarden Dollar an seine Aktionäre ausgezahlt hat, bleibt noch genügend Kapital aus dem Verkauf von 45 Prozent der Anteile am US-Joint-Venture Verizon Wireless an den Partner Verizon übrig: Dieser hatte dafür 130 Milliarden Dollar (94 Mrd Euro) auf den Tisch gelegt. (dpa/rs)

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