Firmen rebellieren gegen Softwareindustrie

Wechselwillig

12. Februar 2004
Von Thomas Zeller
Schlechter kann es nicht mehr werden - das Verhältnis von Softwareindustrie und Firmenlenkern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung des amerikanischen Marktforschungsunternehmens AMR Research. Die meisten Führungskräfte sind über die Lizenzpolitik und die Produktwartung ihrer Softwarezulieferer verärgert.

Unzufrieden zeigen sich die Manager vor allem mit den Lizenzmodellen für ihre Software. Während die Hersteller versuchen ihre Wertschöpfungskette bis zum Ende auszureizen, bemühen sich die Unternehmen ihre Budgets in den Griff zu bekommen.

Auch bei den Wartungs-Kosten wird die Kritik an der Softwareindustrie immer lauter. Sie stiegen nach AMR Research-Angaben in den vergangenen Jahren um bis zu 25 Prozent. Dies steht in einem deutlichen Widerspruch zu den Sparbemühungen der IT-Abteilungen der Unternehmen.

Immer stärker hinterfragen die Firmen auch die Upgrade-Politik der Hersteller. Rund ein Viertel der befragten Unternehmen ist der Meinung, dass die Upgrades zu teuer seien und nicht genügend Innovationen lieferten. Die Veröffentlichung neuer Versionen diene danach eher der Fehlerbehebung, wirkliche Verbesserungen der Software würden stattdessen als teurere Add-On-Produkte verkauft.

AMR Research-Analyst Jim Shepherd: Firmen setzen wieder auf eigenen Support.
AMR Research-Analyst Jim Shepherd: Firmen setzen wieder auf eigenen Support.

Doch die Anbieter könnten sich mit ihrer verfehlten Kundenpolitik der vergangenen Jahre ein Eigentor geschossen haben. Denn die Unternehmen wollen nun reagieren. So will mehr als ein Drittel der befragten Firmen eigene Support-Kräfte ausbilden, bzw. die Wartungs-Verträge nachverhandeln. Den Wechsel des Software-Lieferanten kann sich immerhin noch jeder fünfte IT-Leiter vorstellen.

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