Backup, Switches, Datengau

Wenn ITler versagen, dann richtig

02. September 2009
Von Dan Tynan und
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
IT-Experten sitzen an langen Hebeln. Da kann ein falscher Handgriff Call Center lahmlegen oder wichtige Daten löschen. Wir erzählen drei IT-Katastrophen.

Wenn IT-Experten Mist bauen, dann richtig. In kompletten Gebäuden fällt das Licht aus und Webseiten verschwinden. Viele die mal einen Supergau angerichtet haben, wollen nie wieder darüber sprechen. Drei Redewillige haben Dan Tynan von unserer amerikanischen Schwesterpublikation Infoworld ihr persönliches IT-Fiasko erzählt.

1. Der mysteriöse Backup

Wenn die LAN-Schränke hunderte von Kilometern entfernt sind, muss der Hausmeister ran.
Wenn die LAN-Schränke hunderte von Kilometern entfernt sind, muss der Hausmeister ran.
Foto: AXA

Der erste Unglücksrabe erzählte unserem Autor zwar seine Geschichte, seinen Namen möchte er jedoch nicht darin lesen. Die Katastrophe begann mit der harmlosen Installation eines Tape-Backup-Systems von Emerald. Die Bedienungsanleitung las er nicht, schließlich kann jedes Kind so eine Installation durchführen. Der erste Backup sah gut aus und dann hörte er lange nichts.

Sechs Monate später kam allerdings abends ein Anruf von einem Kollegen, dass die Tapes leer wären. Auch die der vergangenen vier Wochen waren leer. Der ITler hatte nämlich nur eine Demoversion installiert. Das hätte er auch gewusst, wenn er die Anleitung gelesen hätte. Im Endeffekt gingen der Firma Gehaltsdaten von einer Woche verloren. Der Unglückliche erinnert sich noch genau an die Nacht, in der er mit dem CIO, dem Chef und der gesamten Buchhaltung bis nachts um drei Lohntüten befüllte.

2. Wenn der Hausmeister die IT rettet

Die zweite IT-Katastrophe ereignete sich 1997 spätnachts bei einem Telefonunternehmen im amerikanischen Mittleren Westen. Josh Stephens war allein und veränderte etwas an den Catalyst Switches des wichtigsten Call Centers des Unternehmens. Er weiß nicht genau, wie er es tat, aber Stephens legte die Call Center komplett lahm und unterbrach hunderte von Gesprächen.