Analysten-Kolumne

Wenn Outsourcer auslagern - IT Industrialisierung der nächsten Generation

27. Dezember 2006
Von Christoph Hölscher
Wir sehen uns heute in einer postindustriellen Dienstleistungsgesellschaft und leben im Zeitalter des World Wide Web. Informationstechnologie ist allgegenwärtig, IT scheint der Motor und die Grundlage zur Fortführung der industriellen Prozessoptimierung zu sein.
Christoph Hölscher, Leiter Portfolio Management bei Capgemini: "Je exakter IT-Aufgaben beschrieben sind, umso freier kann der CIO entscheiden."
Christoph Hölscher, Leiter Portfolio Management bei Capgemini: "Je exakter IT-Aufgaben beschrieben sind, umso freier kann der CIO entscheiden."

Doch halt: Wie prozessoptimiert sind eigentlich diejenigen, die IT-Services liefern? Wie industrialisiert ist heute eine IT-Abteilung? Beschäftigen sich IT-Verantwortliche noch immer mit dem operativen Betrieb von Servern oder haben sie den Freiraum für die Geschäftsanforderungen ihrer internen Kunden? Sind sie der Motor für Business InnovationInnovation oder programmieren sie noch? Alles zu Innovation auf CIO.de

Der historische Einstieg hat gezeigt, dass Industrialisierung und Reduktion von Fertigungstiefe eigentlich ein ziemlich alter Hut sind. Doch wie könnte die Industrialisierung in der IT nachgeholt werden, und welche Rolle spielen dann unternehmensinterne IT-Experten und IT-Dienstleister? Wird IT unwichtig und erleben wir das Ende der Unternehmens-IT, wie Nicholas G. Carr in verschiedenen Veröffentlichungen postulierte?

Schon ein dickes Brett: Die Industrialisierung im Unternehmen

Fangen wir am besten dort an, wo die IT Nutzen bringen soll, nämlich beim Anwender, den Fachabteilungen, dem Management. Die Schlagworte sind auch hier durchaus bekannt. Einzig werden sie von einem Unternehmen mehr, vom anderen weniger umgesetzt: klare Service-Prozesse im Rahmen einer IT-Governance definieren; ein schnelles, aber konstruktiv kritisches Anforderungsmanagement; effiziente und automatisierte Service Desk-Strukturen; Zerlegung der operativen IT-Aktivitäten in wiederholbare Standardtätigkeiten und individuelle Spezialthemen.

Hinzu kommt die immer wieder betonte aber in der Praxis ach so schwere Zusammenarbeit zwischen internen Kunden und IT-Management ebenso wie die Schnittstellen zwischen IT-Management und der operativen IT in Rechenzentren und Programmierbüros. Messbarkeit und Transparenz von Kosten und Qualität sind weitere Aspekte der IT-Industrialisierung, die allen Beteiligten zumindest in der Theorie bekannt sind. Je nach Rolle und Priorität der IT-Systeme kann es zusätzlich notwendig sein, eine technische Transformation von IT-Infrastrukturen und Applikationen durchzuführen, um eine Betreuung im Rahmen effizient industrialisierter Serviceprozesse zu gewährleisten. Unterstellen wir einfach einmal den seltenen Idealfall, dass all dies vom CIO durchdacht und umgesetzt wurde.