Koop mit Pfennigparade

Wie die Bosch-IT mit Behinderten arbeitet

01. Juni 2012
Bettina Dobe ist freie Journalistin aus München. Sie hat sich auf Wissenschafts-, Karriere- und Social Media-Themen spezialisiert. Sie arbeitet für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland.
40 Angestellte mit Handicap arbeiten als externe Dienstleister bei der Robert Bosch GmbH im IT-Bereich. Sie sind Mitarbeiter der Stiftung Pfennigparade, eines der größten deutschen Rehabilitationszentren für Körperbehinderte - und werden gleichwertig behandelt.
Das Team der Pfennigparade in München.
Das Team der Pfennigparade in München.
Foto: Pfennigparade München

Blinde Programmierer oder Support aus dem Rollstuhl überraschen Josef Maichle nicht mehr: "Das ist ein ganz normales Zusammenarbeiten", sagt der Vice President Corporate Information Systems der Robert Bosch GmbH. Gerade in der IT seien Menschen mit Handicap gut aufgehoben. "Wir haben viele Tätigkeiten, bei denen ein behinderter Mensch einen genauso guten Beitrag leisten kann wie ein nicht behinderter", erklärt Maichle. Natürlich sei bei Bosch auch eine soziale Komponente im Spiel. "Wir sind ja ein soziales Unternehmen", sagt Maichle und verweist auf die Unternehmensstiftung. Aber weichgespülten Idealismus sucht man hier vergeblich: "Wir fordern natürlich Leistung. Das bringt auch dem behinderten Menschen in Bezug auf Selbstwertgefühl mehr."

Das sehen die Kollegen von der Stiftung Pfennigparade genauso. Die Robert Bosch GmbHRobert Bosch GmbH arbeitet seit Ende der 80er mit ihnen zusammen, im IT-Bereich seit 1994. Die IT-Testphase begann mit der Erstellung von Bosch-Formularen. Top-500-Firmenprofil für Robert Bosch GmbH

Mit zunehmender Komplexität der Formulare, und um die ständigen Rückfragen zu vermeiden, gingen die Mitarbeiter schließlich vor Ort. "1995 waren wir schon an mehreren Standorten aktiv", erzählt Oliver Wagner aus Stuttgart, der als Dienstleister seit der ersten Stunde bei Bosch mitarbeitet. Er leitet die PSG Programmier-Service GmbH, also die Schnittstelle zu Bosch, und steuert die 40 Mitarbeiter der Pfennigparade, die an verschiedenen Standorten arbeiten, im Stuttgarter Hauptwerk und in Reutlingen, Bühl, Karlsruhe sowie Feuerbach. Wagner selbst sitzt im Rollstuhl.

Ganz normale Ausschreibungen

Die Angestellten der Pfennigparade arbeiten heute nach ITILITIL im Incident-, im Change- und im Release-Management, und zwar auf First bis Third Level Support. Bosch vergibt Aufträge zu Support, Monitoring, Ticket-Annahme, Beratung und Softwareentwicklung. "Zum Beispiel arbeiten unsere Mitarbeiter in Testumgebungen", erzählt Wagner. Mit der Pfennigparade funktioniert die Zusammenarbeit wie mit einem normalen externen Dienstleister über Ausschreibungen. Alles zu ITIL auf CIO.de

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