Achim Feyhl

Wochenendfahrer

02. Juni 2003
Heinrich Seeger arbeitet als IT-Fachjournalist und Medienberater in Hamburg. Er hat über 25 Jahre IT-journalistische Erfahrung, unter anderem als Gründungs-Chefredakteur des CIO Magazins. Er entwickelt und moderiert neben seiner journalistischen Arbeit Programme für Konferenzen und Kongresse in den Themenbereichen Enterprise IT und Mobile Development, darunter IT-Strategietage, Open Source Meets Business, droidcon und VDZ Tech Summit. Zudem gehört er als beratendes Mitglied dem IT Executive Club an, einer Community von IT-Entscheidern in der Metropolregion Hamburg.
Achim Feyhl verantwortet beim Vehicle Integrator Edag eine der vielfältigsten und dadurch teuersten IT-Landschaften, die sich denken lassen. Trotzdem ist der CIO nur vier Tage pro Woche vor Ort.

In der Röhn laufen die Informationsfäden der Autoindustrie zusammen: In Fulda hat das Unternehmen Edag Engineering und Design seinen Hauptsitz, das mit 3500 Mitarbeitern Designs, Prototypen und Fertigungsanlagen für Daimler-Chrysler, General Motors, Volkswagen und eine Reihe weiterer Hersteller entwickelt.

Achim Feyhl (40)
Achim Feyhl (40)

Zur Person: Achim Feyhl (40), Studium Wirtschaftsingenieurwesen in Offenburg, Aufbaustudien in Volkswirtschaft, Soziologie und Psychologie, bis 1999 Berater beim Softwarehaus Baan, bis 2001 Bereichsmanager Professional Services bei Computer Associates, seit Ende 2001 CIO bei Edag, verheiratet, fünf Kinder

Die Edag-Prozesskette umfasst 18 Einzelglieder, unterteilt in die Entwicklung von Fahrzeugen bis hin zu fahrfertigen Prototypen und zur Lieferung schlüsselfertiger Autofabriken. "Das Schnitzen von Modellen wird immer weniger", sagt CIO Achim Feyhl. Karosserien entstünden künftig nur noch in dreidimensionalen Simulationen per Digital Mock-up. Das jüngste Vorzeigeobjekt von Edag ist das bisher spektakulärste: das Showcar "Cinema 7d" - ein siebensitziges Konzeptauto mit drei kinoartig ansteigenden Sitzreihen, das im März auf dem Genfer Automobilsalon zu sehen war und rege Diskussionen über die Zukunft der Mehrzweckfahrzeuge auslöste.

Weniger spektakulär, aber mindestens ebenso rege geht es hinter den Kulissen zu, wo Feyhl die IT-Fäden zieht. "Wir haben wahrscheinlich alle CAx-Systeme im Einsatz, können somit alle Kunden bedienen", behauptet der CIO, ohne damit zu übertreiben. Das sei einerseits ein Erfolgsfaktor, denn wer für die Autoriesen arbeite, müsse sich besonders bei der technischen Anbindung an die OEMs, wie die Originalmarkenhersteller in der Branche heißen, nach vielen Decken strecken. Andererseits stellt sich für den CIO natürlich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit.

Hunderte von Schnittstellen

Planen statt kritzeln: Einfache Telefonnotizen entwickeln sich bei Achim Feyhl nicht selten gleich zu den ersten Entwürfen für den nächsten Projektplan.
Planen statt kritzeln: Einfache Telefonnotizen entwickeln sich bei Achim Feyhl nicht selten gleich zu den ersten Entwürfen für den nächsten Projektplan.

"Zusammen mit der Tatsache, dass wir bei der IT-Durchdringung der Prozesse nur von BankenBanken und VersicherungenVersicherungen übertroffen werden, sind die Schnittstellen zu den OEMs der Grund für die hohen IT-Kosten", sagt Feyhl. Als er Ende 2001 zu Edag kam, beliefen sich die IT-Ausgaben auf mehr als zehn Prozent der Gesamtleistung des Unternehmens - ein Wert, der den CIO eines Produktionsunternehmens in kurzer Zeit den Job kosten würde. Die Edag-Ingenieure dagegen hantieren wohl oder übel mit einem ebenso beeindruckenden wie teuren Arsenal von Systemen und Anwendungen. Insgesamt 51 Konstruktions-, Datenmanagement- und Planungslösungen sind im Einsatz; dazu kommen die betriebswirtschaftlichen Anwendungen. Die Zahl der technischen Schnittstellen zu den Partnern siedelt Feyhl selbst im "hohen dreistelligen Bereich" an; Zielvorgabe sei eine "niedrige zweistellige" Zahl. Top-Firmen der Branche Banken Top-Firmen der Branche Versicherungen

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