Forrester-Studie

Zehn Software-Mythen und was daran wahr ist

03.09.2013, von Martin Bayer

Individualentwicklungen sind out und künftig gibt es Software sowieso nur noch als Service aus der Cloud - diese und acht weitere weit verbreitete Annahmen haben die Analysten von Forrester auf den Prüfstand gestellt und einem Reality-Check unterzogen.

Der Softwaremarkt verändert sich massiv. Apps, mobile Devices, Cloud-Computing und Software as a Service (SaaS) stellen die alten Paradigmen, wie Unternehmen Software auswählen, einführen und nutzen, zunehmend in Frage. Gleichzeitig wächst damit allerdings auch die Unsicherheit auf Anwenderseite, welche Trends schon reif für den Praxiseinsatz sind und von welchen Hypes man momentan besser noch die Finger lassen sollte. Die IT-Verantwortlichen können sich bei ihren Entscheidungen zwar bis zu einem gewissen Grad auf harte Fakten stützen, zum Teil werden sie aber auch von Annahmen, Thesen, Meinungen und Mythen beeinflusst, die quer durch Markt und Branche geistern.

Doch stimmen diese Annahmen auch? Die Forrester-Analysten Stefan Ried, Pascal Matzke und Holger Kisker haben die zehn am weitesten verbreiteten Software-Mythen gesammelt und einem Reality-Check unterzogen. Den Benchmark, gegen den sich die Mythen messen lassen mussten, bildete eine Umfrage unter fast 2500 IT-Entscheidern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada und den Vereinigten Staaten. Darin erklärten die CIOs Ende vergangenen Jahres, wie sie derzeit Software anschaffen und einsetzen sowie was sie von neuen Softwaretrends halten.

Mythos 1

Enterprise Resource Planning (ERP) ist in Sachen Business-Software weiterhin die Top-Priorität bei den meisten Unternehmen.

Reality-Check: Falsch.

Seit 2011 steht das Thema Business Intelligence (BI) ganz oben auf der Prioritätenliste der Enterprise-Software-Projekte, hat Forrester festgestellt. Das gelte für Erweiterungen bestehender Installationen wie auch für Neu-Implementierungen. Vier von zehn befragten IT-Entscheidern planen im laufenden Jahr ein BI-Projekt. Gefragt sind derzeit auch Vorhaben rund um Customer Relationship Management (37 Prozent) sowie Collaboration Software (35 Prozent). ERP-Themen folgen erst auf den weiteren Plätzen: jeder dritte befragte IT-Entscheider hat ein Projekt in Sachen Finance und Accounting Software in Planung, 28 Prozent arbeiten an einem ERP-Vorhaben. Nimmt man die beiden zuletzt genannten Segmente jedoch zusammen, stünde der Bereich Finance/Accounting/ERP an der Spitze der Prioritäten-Liste.

Die IT-Entscheider dürften grundsätzlich bei ihren Entscheidungen über Applikations-Anschaffungen und -Projekte den Blickwinkel der Fachbereiche nicht außer Acht lassen, rät Forrester. Für die Fachanwender versprechen zusätzliche Analytics-Funktionen eher einen konkreten Mehrwert in ihrem Geschäftsalltag als ein Aus- oder Umbau des Kern-ERP-Systems.

Martin Rösch - 09.09.2013 07:15
Ich rechne mit einem kräftigen Anstieg der Eigenentwicklung, da ihre Kosten zur Zeit sinken, durch bessere Qualität und mehr Automatisierung. Früher hat Software 12 Euro pro Zeile gekostet. Mittlerweile sind wir im besten Projekt schon bei 4,65 Euro angekommen, und ich rechne damit, dass die Kosten schon bald unter 1 Euro sinken. Nach aller Erfahrung führt dies zu einer Ausweitung der Nachfrage und zu mehr Jobs für SW-Entwickler. Das wird gehen wie im Handy-Markt: Früher waren "Mobiltelefone" teuer und selten, und heute sind Handies billiger als ein Festnetzanschluss und es gibt mehr Handies als Bundesbürger.
Weitere Inhalte zu:
Software, Mythen, Forrester, Cloud