Mehr Security aus der Cloud

Die IT-Trends 2013 von Ovum

10.12.2012 von Werner Kurzlechner
Cloud Computing macht es nicht leichter, für Datensicherheit zu sorgen. Zugleich bieten Services aus der Cloud aber Chancen, die IT-Sicherheit zu verbessern.

Adventszeit ist Glaskugelzeit. Wie jedes Jahr schauen Analysten aus aller Welt nach vorne und benennen die bestimmenden IT-Trends für das kommende Jahr. VonOvum gibt es für 2013 ein ganzes Sammelsurium von Vorhersagen zu einer Reihe von IT-Feldern. Ovums Einschätzungen zu den wichtigsten Gebieten sehen zusammengefasst so aus:

Technologie im Rechenzentrum: Cloud Computingstellt das klassische Konzept des On-Premise-Rechenzentrum zwar in Frage. Dennoch geht Ovum davon aus, dass dieses auch 2013 eine zentrale Rolle in der IT- und Business-Strategie von Firmen spielen wird. Als wegweisende Trends machen die AnalystenVirtualisierung in allen möglichen Formen, Nachhaltigkeit im Betrieb sowie Agilität und Kosteneffizienz aus.

Ovum hat in die Glaskugel geschaut - und dort unter anderem Software-getriebene Netzwerke entdeckt.
Foto: Tanja Jäckel - Fotolia.com

Virtualisierung bringt laut Ovum mehr Collaboration und Agilität in die ehedem siloartigen und reaktiven Rechenzentren. Ein Resultat von vermehrter Virtualisierung sei, dass die Rolle des Netzwerkes an Bedeutung gewinne. Für 2013 sei hier ein Aufschwung an Software-definierten Netzwerken (SDNs) zu erwarten – eine Herausforderung ähnlich jener durch die aufkeimende Hardware-Virtualisierung vor zehn Jahren.

„2013 wird sich die Nachhaltigkeitsfrage stark auf Einsparungen zuspitzen“, so Ovum. „Und das wird zu effizienteren internen IT-Delivery-Methoden wie Virtualisierung, SDNs und dem Einsatz von Converged Infrastructure Solutions führen.“ Attraktiv werde die so genannte Cloud-in-a-Box. Um die Leistungsfähigkeit des Rechenzentrums auszubauen, würden Firmen zunehmend auf die Hybrid Cloud setzen, mutmaßen die Analysten.

Cloud Computing: „Kaum aus den Kinderschuhen, ist Cloud Computing ein IT- und Business-Enabler von immer größerem Gewicht“, urteilt Ovum. Das besondere Versprechen der Wolke liege darin, das einstmals Unvereinbare zu verbinden: Kostensenkung und zugleich Innovation. Aber sowohl für die Anwender als auch für die Anbieter sei es eine mühselige Angelegenheit, das auch in der Praxis zu realisieren. 2013 werde das besser als bisher gelingen – zum Teil auch als Teil immer komplexerer Ökosysteme.

Analytics meets Security

IT-Sicherheit:„IT-Manager und Security-Verantwortliche sollten die Fähigkeit ihres Unternehmens taxieren, sich auf Schlüsseltrends für Business undSicherheit wie Cloud, Mobility sowie Governance, Risk & Compliance (GRC) zu fokussieren“, so Ovum. „Sie sollten ebenso den Bedarf nach besserem und fortentwickeltem Schutz vor Bedrohungen berücksichtigen, der vom Erkennen neuer Schwachstellen und den wachsenden Anforderungen im Risikomanagement getrieben wird.“

Cloud Computing ist nach Einschätzung der Analysten aber nicht nur ein Faktor, der die Sicherheitslage verschärft. Sicherheitsdienste aus der Wolke tragen andersherum zur Security-Optimierung bei. „Es setzt sich allmählich die Erkenntnis durch, dass führende Service-Provider bei Sicherheit und Datenschutz besser sein können als eine durchschnittliche IT-Abteilung“, so Ovum. Es gebe eine immer größere Vielfalt an Security-Services, die für die Cloud entwickelt und aus dieser geliefert werden.

Nachdem neue Bedrohungen den Ruf etablierter Security-Produkte in Zweifel gezogen hätten, seien die Anbieter zum Beschreiten neuer Wege gezwungen. Ein Treiber der Branche im kommenden Jahr seien Analytics- und Intelligence-Tools, umTrends und Nutzungsmuster besser analysieren zu können.

Big Data: Big Data tritt laut Ovum 2013 in die Early-Adopter-Phase auch bei Mainstream-Unternehmen ein. Das soll heißen, dass eine neue Evolutionsphase erreicht wird und sich das Interesse nicht mehr alleine auf Großkonzerne konzentriert. Besonders in der zweiten Jahreshälfte werde sich die Nachfrage nach Pilot- und Proof-of-Concept-Projekten verstärken. Die Aktivitäten beschränkten sich dabei nicht mehr nur auf Hadoop. Andere NoSQL-Plattformen wie MongoDB und Cassandra erhielten mehr Support von Anbieterseite, während eine neue Generation von Advanced SQL-Plattformen relationale Technologie für Analyse und Internet-basierte Transaktionsprozesse neu erfinde.

Auf Anwenderseite werden Fragen wie Data Governance und Stewardship wichtiger. Endgültige Antworten in Governance-Fragen erwartet Ovum für 2013 aber ebenso wenig wie für die Verzahnung von Big Data mit bestehenden Warehouse-Lösungen. Nach Prognose der Analysten wird der Markt auch Ende des kommenden Jahres noch nicht reif sein.

Mehr BI-Demokratie wagen

Business Intelligence & Analytics: Business Analytics sei mittlerweile von klugen Unternehmen als wirksamstes Tool anerkannt, um schwierige Zeiten zu überstehen und mit rasantem Wandel im Geschäftsumfeld klar zu kommen, so Ovum. Die Analysten sehen 2013 dennoch fundamentale Veränderungen. So reiche es nicht mehr aus, alleine Führungskräfte und Analysten mit validen Daten als Entscheidungsgrundlage zu versorgen. Alle Mitarbeiter hätten hierfür mittlerweile Bedarf.

"Das erfordert einen demokratischeren und durchdringenderen Ansatz für Zugang zu und Delivery von BI-Informationen", sagt Ovum. "Ermöglicht wird das durch eine neue Generation von Self-Service-Tools, die in Richtung Benutzerfreundlichkeit, intuitive Visualisierungen, schnelle Antworten und flexible Mobilität gestaltet sind."

BI und Analytics bleiben nach Ovum-Einschätzung auch 2013 eine Top-Priorität der CIOs. Allerdings seien diese zumeist dazu gezwungen, durch eine intelligente Ausgabenpolitik bei gleichbleibendem Budget den Ertrag zu steigern. Ansatzpunkte dafür lieferten beispielsweise neue Cloud-Computing-Plattformen mit Services für Analytics-Infrastruktur. Vor diesem Hintergrund hält Ovum die überbordenden Prognosen von Anbieterseite nicht für realistisch.

Die Ovum-Prognosen für 2013 werden in einer Reihe von Studien erläutert, die allesamt mit "2013 Trends to Watch" überschrieben sind.