Hamburger Strategietage 2006

Mitwachsen!

05.03.2006
CIOs investieren wieder. Ihre größte Aufgabe für 2006 ist, das Business im Wachstum zu unterstützen, besagt die Studie „State of the CIO”. Auf den Strategietagen debattierte die IT-Elite Deutschlands darüber, wie dies zu machen sei.

600 Teilnehmer und 27 Redner haben am 16. und 17. Februar das Interconti in Hamburg mit Leben gefüllt. Der CIO des Jahres 2005,Michael Neff von Heidelberger Druck, erklärte das Pflichtenheft eines modernen CIO. Martin Bettels von Capgemini Deutschland und David Rosenbaum, Managing Editor des amerikanischen CIO-Magazins, flankierten mit aktuellen Studien seine Ausführungen. Und CIOs namhafter Unternehmen präsentierten ihre Best Practices. Im Folgenden sind einige von ihnen in Kürze genannt:

Alex Röder, CIO beim Mobilfunkunternehmen O2, berichtete darüber, wie er die „Time to Market“-Fähigkeit seiner Firma weiter verkürzen will.

Lessons Learned: Röder differenziert Change-Prozesse in vier Gruppen, angefangen von „Releases“ (schwierigster Fall) bis hin zu „Fast Tracks“, die von den Fachabteilungen ohne Hilfe der IT angestoßen werden können. Ein „Early IS Involvement“ hält Röder für unerlässlich.

Heinz Kreuzer, CIO vom Tourismuskonzern TUI, schilderte, wie er die Prozesse im Reporting der 600 Einzelgesellschaften vereinheitlicht.

Lessons Learned: Alles mit einem System erschlagen zu wollen ist unrealistisch. Kreuzer wird weiterhin SAP und Oracle Financials unterstützen.

Rainer Janßen, CIO der Münchener Rückversicherung, erklärte, wie er die Anwendungsentwicklung standardisieren will, um sich die Möglichkeit eines Outsourcings zu schaffen – ohne wirklich Anwendungen nach außen geben zu wollen.

Lessons Learned: Entwickler nehmen gerne alle Rollen im Software-Produktionsprozess wahr, ohne sich auf eine festlegen zu wollen.Developer,Architekt und Projekt-Manager gleichzeitig sein zu wollen senkt jedoch die Produktivität.

Matthias Trabandt, seit Januar dieses Jahres CIO der Novartis International AG, berichtete über die konzernweite Einführung eines CRM-Systems.

Lessons Learned: Nach einer Implementierung in neun Monaten lassen sich mit CRM sogar Aufgaben aus dem ERP-System erledigen, z. B. die Reisekostenabrechnung der Vertriebsmitarbeiter.

Bertram E. König, CIO bei der Dräger Medical AG, sprach über Compliance.

Lessons Learned: Ohne eine globale IT Struktur und ein zentrales IT-Compliance-Management lassen sich die Auflagen für einen Hersteller von Medizintechnik überhaupt nicht mehr realisieren.

Thomas Hemmerling-Böhmer, Leiter Systeme und Technik bei der Sick AG, erläuterte die Auslagerung des globalen Sick-Netzwerkes an einen Partner.

Lessons Learned: Je weniger Vertragspartner, desto besser.