3 Fragen an Jim Hagemann Snabe

"1 Euro Cloud-Umsatz ist mehr wert als 1 Euro Lizenz-Umsatz"

21. Oktober 2013
Das Gros seiner Umsätze macht SAP immer noch mit Lizenzen und Wartungsverträgen für fest installierte Software. Doch die höchsten Steigerungsraten verbucht der Konzern bei Mietsoftware. Das soll auch so sein, sagt SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe.
SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe
SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe
Foto: Martin Bayer

Der branchenweite Wandel des Softwaregeschäfts hin zu Mietprogrammen auf fremden Servern zeigt sich auch in den Zahlen von SAPSAP. Das herkömmliche Lizenzgeschäft wächst kaum noch, im Gegensatz zu den Cloud-Umsätzen. Gar kein Problem, sagt SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe am Montag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa: "Am Ende zählt, wie viel Software wir insgesamt verkauft haben." Alles zu SAP auf CIO.de

Der Wandel der Softwarebranche zeigt sich in ihren Umsätzen. Der Umsatz in ihrem einstigen Kerngeschäft mit reinen Softwarelizenzen wächst bei weitem nicht so schnell, wie das Cloud-Geschäft. Macht Ihnen das keine Sorgen?

Jim Hagemann Snabe: Am Ende zählt, wie viel Software wir insgesamt verkauft haben. Und die Kunden können unsere Programme auf zwei Wegen kaufen: Als Lizenz - on Premise - oder sie können sie als Cloud-Anwendung mieten, indem sie nicht nur Software, sondern auch die ganze moderne Infrastruktur der SAP nutzen können. Ein Euro Cloud-Umsatz ist eigentlich mehr wert als ein Euro Lizenz-Umsatz. Denn die Mietumsätze kommen regelmäßig wieder.

Drückt der Schwenk zu mehr Cloud-Umsätzen nicht erstmal sehr auf den Gewinn?

Jim Hagemann Snabe: Wir haben immer gesagt, dass das eine Frage des Volumens ist. Das ist übrigens auch im herkömmlichen Softwaregeschäft der Fall. In unserem Segmentbericht für das Cloud-Geschäft sieht man, dass wir schon jetzt profitabel sind. Wir haben in diesem Quartal 32 Millionen Euro Gewinn gemacht. Damit steigern wir die Profitabilität schneller als erwartet. Wenn wir weiter so gute Wachstumsraten haben, werden wir auch schnell auf gute Margen kommen.

Bringt der geplante Umbau ihrer Cloud-Plattform und die Umstellung der Cloud-Dienste auf die Echtzeit-Datenbanktechnologie Hana nicht auch neue Kosten?

Jim Hagemann Snabe: Wir wollen die Kosten in der Entwicklung nicht steigen lassen, sondern wir wollen den Umbau unserer Cloud-Anwendungen auf Hana beschleunigen. Fakt ist, wir setzen auch in der Cloud voll auf Hana, weil wir damit unseren Kunden viel mehr Leistung zu deutlich günstigeren Kosten bieten. Und das werden wir nicht mit einem höheren Aufwand sondern mit dem jetzigen Aufwand an Entwicklungskosten schaffen. (dpa/rs)

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