iPad


Neues Case

Apples neues iPad Pro kann "schweben"



Simon Lohmann ist Freier Autor bei macwelt.de.

Ursprünglich für die Messungen der Atmosphäre konzipiert – anhand der Laufzeit des zurück gestreuten Lichts lassen sich Schlüsse über Aerosole und Staubteilchen in der Luft ziehen – ist Lidar auch die Technik der Wahl für autonome Fahrzeuge, die ja genau vermessen müssen, welche Objekte mit welcher Relativgeschwindigkeit und Entfernung vom Fahrzeug vor ihm auf und neben der Straße sind.

Im iPad Pro bekommt das Lidar natürlich andere Aufgaben zugewiesen, wir dürfen uns schon mal sofort von der Vorstellung verabschieden, ein iPad Pro in der Windschutzscheibe würde aus unserer alten Karre ein autonomes Fahrzeug machen.

Aus Apples Produktbeschreibung geht hervor, das Lidar werde innerhalb einer Reichweite von fünf Metern in Innenräumen und im Freien Raumtiefen vermessen, iPadOS 13.4 bringt die notwendigen Frameworks mit, dass der Prozessor A12Z aus den gewonnenen Daten ein genaues räumliches Abbild der Umgebung berechnen kann. Das hat vielerlei Vorteile für Anwendung, man denke nur an die Fotografie und die Herausforderung, Hintergrund vom Vordergrund zu trennen. Die Dual- und Triple-Systeme der Kameras der letzten iPhone-Generationen machen zusammen mit der CPU schon einen recht guten Job, aber mit Lidar geht es noch besser.

AR-Fähigkeiten des iPad Pro

Vor allem aber wird es die AR-Fähigkeiten des iPad Pro auf eine neue Stufe heben können, virtuelle Gegenstände finden sich weit präziser in reale Umgebungen eingebaut und umgekehrt: "Jede bestehende ARKit App erhält automatisch eine sofortige AR-Platzierung, verbesserte Bewegungserfassung und Personenverdeckung. Dank des neuesten Updates von ARKit mit einer neuen Szenengeometrie-API können Entwickler die Leistungsfähigkeit des neuen LiDAR Scanners nutzen, um nie zuvor mögliche Anwendungsszenarien zu ermöglichen."

Auch das virtuelle Maßband will nun wesentlich genauer die Gegenstände vor der Linse vermessen, dabei helfen auch Vertikal- und Kantenorientierungshilfen, Größen von Personen lassen sich präziser bestimmen.

Wer schon mal einen Handwerker hat Räume vermessen lassen, wird Lidargeräte kennen und vielleicht gesehen haben, dass man von dem Laserlicht nichts sieht: Lidars arbeiten im nahen Infrarotbereich, die Leistung der Strahlung ist auch derart gering, dass sich Personen im Feld eines Lidars keine Gedanken über ihre Augen machen müssen. (Macwelt)

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