Arbeitsverdichtung

Arbeitspause an Feiertagen keine Option mehr

09. Februar 2015
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Selbst Führungskräfte mit kleinen Kindern arbeiten an Feiertagen. Das zeigt eine Umfrage von Personalberater LAB & Company. Die Arbeitsbelastung steigt weiter.

Geruhsame Feiertage hat nicht jeder Manager hinter sich. Der Düsseldorfer Personalberater LAB & Company hat 483 Führungskräfte gefragt, wie sie es mit beruflichen E-Mails an Weihnachten und Neujahr halten. Über diese konkreten Tage hinaus ging es in der Umfrage allgemein um das Thema Erreichbarkeit an Feiertagen und in den Ferien.

Klaus Aden, Geschäftsführer von LAB & Company, fasst die Ergebnisse so zusammen: "Die ArbeitsverdichtungArbeitsverdichtung ist mittlerweile so hoch, dass selbst ein kurzes Abschalten vielfach keine Option ist. Der Druck hat sogar noch zugenommen und ein Ende des Trends ist nicht erkennbar." Alles zu Personalführung auf CIO.de

Bezüglich der zurückliegenden Feiertage erklären gut acht von zehn Befragten (83 Prozent), berufliche Mails wenigstens zu lesen. Knapp sieben von zehn (68 Prozent) bearbeiten sie auch.

14 Prozent der Manager arbeiten an Feiertagen "mindestens einige Stunden". Unter den Studienteilnehmern mit mehr als 200.000 Euro Jahresvergütung sind es 17 Prozent.

Erwartungen an Erreichbarkeit gestiegen

Die Autoren der Umfrage wollten wissen, wie sich die Erwartungen an die Erreichbarkeit der Manager zu Feiertagen entwickelt. Rund vier von zehn Managern (38 Prozent) erklären, die Erwartungshaltung sei in den vergangenen fünf Jahren gestiegen. Etwa einer von zehn (neun Prozent) sagt dagegen, die Ansprüche sinken.

Nur jeder Fünfte (20 Prozent) würde eine wichtige und umfangreiche Aufgabe, die ihm kurz vor den Ferien angetragen wird, ablehnen. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) würde die Arbeit selbst übernehmen, die anderen würden zumindest versuchen, zu delegieren.

"Das Unternehmen steht an erster Stelle"

LAB & Company hat die Studienteilnehmer außerdem um eigene Aussagen zum Thema Arbeiten in den Ferien und an Feiertagen gebeten. Eines der Ergebnisse: Die Arbeitsbelastung ist für alle Befragten hoch, relativ unabhängig von Familienstand, Alter oder Gehaltsklasse. Als Beispiel dafür zitiert Aden einen Manager und Familienvater mit den Worten: "Das Unternehmen steht an erster Stelle. Keine Kunden, keine Einnahmen, kein Arbeitsplatz."

Einer der Manager sagt: "Zwar Urlaub, aber es ist die Zeit, um berufliche Dinge mit etwas mehr Ruhe zu durchdenken. Großzügige Pausen sind möglich. Dabei kann ich auftanken, diese Art des Arbeitens entspannt." Ein anderer betont: "Verlorene Zeit für die Mitmenschen, ob in der Familie, im Freundeskreis oder an anderer Stelle ist irreversibel und nicht wieder gut zu machen. Niemand ist so wichtig, oder niemand sollte sich so wichtig nehmen, dass er sich nicht ein paar Tage Auszeit nehmen kann."

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