Flexible IT-Lösungen beseitigen Datenchaos

Basel-II-Standards halten Banken auf Trab

19. Oktober 2004
Von Detlef Scholz
Datenverfügbarkeit und -verarbeitung sind seit Basel II die zentralen Herausforderungen für die Banken. Im Durchschnitt geben die Kreditinstitute dafür bis 2005 rund zwölf Prozent ihres Gesamtbudgets aus. Das ist ein Ergebnis einer Studie von Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut.

Um ab 2007 das Risiko bei der Kreditvergabe entsprechend den Basel-II-Standards einschätzen zu können, müssen die BankenBanken ihre Datenverarbeitung umrüsten. Während einige Institute die Vorbereitungen hierfür schon abgeschlossen haben, herrscht bei anderen noch Datenchaos. Top-Firmen der Branche Banken

Die Banken sind derzeit mit der Umstellung auf die Basel-II-Standards beschäftigt.
Die Banken sind derzeit mit der Umstellung auf die Basel-II-Standards beschäftigt.

Gemäß Basel II müssen die Kreditinstitute die Bonität ihrer Firmenkunden nach speziellen Rating-Verfahren bewerten. Beurteilungskriterien für die Kreditwürdigkeit sind beispielsweise bei Unternehmenskunden Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage sowie das Produktprogramm und die Marktposition.

Um das Kreditrisiko exakt zu berechnen, benötigen die Geldhäuser eine umfassende und sichere Informationsbasis, die die Kundendaten zentral bereitstellt. Die Zahlen dazu müssen bis zu fünf Jahre vorgehalten werden. Das Problem dabei ist, dass die notwendigen Informationen zwar in vielen Banken vorhanden sind. Sie sind jedoch verstreut, häufig nicht miteinander kompatibel und teilweise noch in Papierform. Um folglich die Datenbasis fit für Basel II zu machen, müssen viele Daten nacherfasst, angepasst und dann widerspruchsfrei mit anderen Zahlen zusammengeführt werden.

Dieses leisten spezielle IT-Lösungen, die Schnittstellen zu bereits vorhandenen Systemen haben. Sie transformieren die Daten in ein einheitliches Format und speichern sie zentral ab. Derartige IT-Systeme sind so flexibel, dass sie auch die zukünftigen Anforderungen an die Banken unterstützen. Dazu gehören die Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft (MaK) und die International Accounting Standards (IAS).

Die meisten Banken stehen den neuen Standards positiv gegenüber, weil sie das Kreditrisiko verringern.
Die meisten Banken stehen den neuen Standards positiv gegenüber, weil sie das Kreditrisiko verringern.

Trotz des anfänglich hohen Aufwands sehen die meisten deutschen Geldhäuser in den Bestimmungen von Basel II langfristig Vorteile. 84 Prozent der Banken befürworten die risikoorientierten Eigenkapitalunterlegungen. Rund zwei Drittel stehen der erweiterten Offenlegungspflicht und der Überprüfung ihrer internen Rating-Verfahren durch die Bankenaufsicht positiv gegenüber. Das neue Risikomanagement hilft ihnen, den Anteil der Kreditausfälle zu verringern. Denn in den vergangenen Jahren hatten die Institute aufgrund vieler Insolvenzen besonders hohe Ausfälle im Kreditgeschäft.

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Banking 2003 Germany

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