Studienergebnisse

Das macht einen guten Chef aus

08. November 2010
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Das Beratungsunternehmen McKinsey hat fünf Fähigkeiten zusammengestellt. Wer sie erreicht, ist ein guter Chef und auch über den Job hinaus mit sich zufrieden. Ältere schneiden am besten ab.

Das von McKinsey entworfene Konzept "centered leadership" misst anhand von fünf Fähigkeiten, wie zufrieden Chefs mit ihrer FührungFührung und ihrem Leben im Allgemeinen sind. Die Fähigkeiten lauten: Alles zu Führung auf CIO.de

1. Bedeutung - einer inspirierenden Arbeit nachgehen

2. Positive Herangehensweise - auch schwierige Situationen zu Möglichkeiten machen

3. Verknüpfen - den eigenen Sinn für die Community stärken

4. Teilnahme - sich Möglichkeiten erschließen

5. Energie - Wege finden und üben, um den eigenen Weg voller Energie zu gehen

Im vergangenen Jahr zeigte eine Studie, dass diejenigen Führungskräfte am zufriedensten mit ihrem Leben waren, die ihren Job als sinnvoll empfanden. Je mehr der fünf Fähigkeiten Chefs bei sich selbst sehen, umso wohler fühlen sie sich mit ihrer Performance als Führungskraft und ihrem Leben an sich.

Im Juli dieses Jahres wurden noch einmal mehr als 2.000 Führungskräfte zum Thema befragt. Das Ergebnis zeigte: Sowohl Frauen als auch Männer haben die fünf Fähigkeiten und spüren sowohl im Job als auch in anderen Lebensbereiche den Erfolg.

Die Studienergebnisse zeigen, dass vier der fünf Fähigkeiten einen positiven Effekt auf Führungsfähigkeit und die Performance im Job haben: Bedeutung, positive Herangehensweise, Verknüpfen und Teilnahme. Bei der allgemeinen Zufriedenheit sind es Bedeutung, Verknüpfen, Teilnahme und Energie. Bedeutung ist den Befragten fünfmal so wichtig wie Energie und Teilnahme, die an zweiter und dritter Stelle im Ranking stehen.

50 Plus mit besten Resultaten

Trotzdem ist es mit einem sinnstiftenden Job allein nicht getan. Die Studienautoren fühlen sich durch ihre Ergebnisse darin bestätigt, dass die Zufriedenheit im Job und darüber hinaus durch das Zusammenspiel aller fünf Fähigkeiten erreicht wird.

Ältere Studienteilnehmer erreichten bessere Resultate, am besten waren die Ergebnisse der über 50-Jährigen. Bei Frauen und Männern fällt auf, dass beide Gruppen in ihren Dreißigern weniger Energie haben. Die Autoren führen das darauf zurück, dass viele in dieser Zeit eine Familie gründen und auch am Arbeitsplatz mehr Verantwortung übernehmen. Die jüngsten Teilnehmer erreichten in allen Bereichen außer dem Verknüpfen die niedrigsten Ergebnisse.

Insgesamt 92 Prozent der Führungskräfte, die in allen fünf Bereichen sehr gut abschnitten, trauen sich auch in Zeiten des Wandels die Chefrolle zu. Befragte aus kleinen Unternehmen erreichten bessere Resultate und waren zufriedener als Führungskräfte aus größeren Unternehmen. Diese können von den kleineren sicherlich lernen, wenn es darum geht, Mitarbeiter zu motivieren und inspirieren.

Das Beratungsunternehmen McKinsey hat die Ergebnisse unter dem Titel "The value of centered leadership" veröffentlicht.