Kabelbranche

Der deutsche Kabelnetzmarkt im Überblick

13. September 2013
Kabel Deutschland ist wie Unitymedia KabelBW ein Erbe der Deutschen Bundespost. Das Staatsunternehmen baute einst das deutsche Kabelnetz, das schon mehrfach Ziel von Übernahmen war.

Später ging das Netz an die Deutsche Telekom. Die musste die aus dem Konzern ausgegliederte Kabel Deutschland GmbH aus Wettbewerbsgründen verkaufen. Das Geschäft wurde regional aufgeteilt. Inzwischen macht Kabel Deutschland mit eigenen Telefon- und Internetangeboten via Fernsehkabel der früheren Mutter selbst Konkurrenz. Mit der Übernahme durch den Telekomrivalen Vodafone könnte die schmerzhafter werden.

Die Kabelbranche in Deutschland wird von Kabel Deutschland aus München und von Unitymedia KabelBW aus Köln dominiert. Die Münchner sind in 13 Bundesländern vertreten, Unitymedia KabelBW ist in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen aktiv. Hinzu kommt noch die deutlich kleinere Tele Columbus. Spannend sind die Netzfirmen für Käufer wegen des Zugangs zu Millionen Haushalten, vor allem aber wegen der technischen Möglichkeiten. Das Zauberwort ist "Triple-Play": Pakete aus TV, Telefon und Internet.

Doch die Marktsituation macht Zukäufe schwierig, Wettbewerbshüter haben ein wachsames Auge auf den Kabelmarkt - zumindest was Übernahmen untereinander betrifft. Der Eigentümerwechsel bei Kabel Deutschland dürfte weniger Probleme machen. Zuletzt verhinderte das Kartellamt die Übernahme von Tele Columbus durch Kabel Deutschland. Den Kauf von KabelBW durch den US-Kabelriesen Liberty Global mittels seiner Tochter Unitymedia genehmigte das Kartellamt nur mit Auflagen - und nach einigem Zögern. Das Oberlandesgerichts Düsseldorf stellte diese Entscheidung infrage, der Deal muss nun neu geprüft werden. (dpa/rs)

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