Bedarf nicht zu decken

Die Folgen des Fachkräftemangels

10. März 2011
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Eine VDI-Studie kommt zu dem Schluss, dass der IT-Fachkräftemangel weiter zunimmt. Unternehmen reagieren mit Weiterbildung, Outsourcing und flexibleren Arbeitsmodellen.

Eine Umfrage des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) zeigt, dass der Bedarf an Informatikern wächst. Nach Angaben des VDI gab es im Januar 2011 rund 23.600 freie Stellen für Informatiker. Derzeit ohne Arbeit sind dagegen etwa 7.000 Informatiker. Die Arbeitslosigkeit ist erneut gesunken und liegt aktuell bei 3,8 Prozent.

Rund 184.000 sozialversicherungspflichtige Informatiker waren 2010 in Deutschland beschäftigt. Obwohl die Absolventenzahlen im Studienfach Informatik steigen, geht der VDI davon aus, dass sich der Bedarf an IT-Experten nicht decken lassen wird.

12 Prozent nicht zu besetzen

In den vergangenen Wochen beschäftigte sich eine weitere Studie mit dem Thema FachkräftemangelFachkräftemangel. So spricht die Studie "Recruiting Trends 2011" des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Frankfurt am Main und des Online-Karriereportals Monster sogar schon davon, dass in der IT-Branche voraussichtlich für zwölf Prozent der zu besetzenden Stellen gar kein passender Kandidat gefunden wird. Alles zu Fachkräftemangel auf CIO.de

Auch 450 vom VDI befragte ITler glauben, dass sich die Situation in den kommenden Jahren verschärft. Über 70 Prozent von ihnen rechnen damit, dass der Bedarf bis 2015 weiter steigt. Aktuell werden die meisten IT-Fachkräfte in den Bereichen Software-Entwicklung, IT-Projektmanagement und IT-Sicherheit gesucht.

Die IT-Experten wurden auch gefragt, wie ihr Arbeitgeber auf den Fachkräftemangel in der IT reagiert. Die Antworten zeigen, dass Firmen sowohl ihre Mitarbeiter fördern als auch auf OutsourcingOutsourcing umsatteln. Mehr als ein Drittel der Unternehmen bietet Weiterbildungen für Mitarbeiter an, ein knappes Viertel ermöglicht der Belegschaft außerdem flexiblere Arbeitszeit- und Beschäftigungsmodelle. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Outsourcing, Weiterbildung sowie flexiblere Arbeitszeit- und Beschäftigungsmodelle

Im Gegensatz dazu reagiert ein Drittel mit Outsourcing von Dienstleistungen und ein knappes Fünftel gab an, dass Bereiche ins Ausland verlegt werden. Rund zehn Prozent der Unternehmen gehen den umgekehrten Schritt und werben ausländische Fachkräfte an. Weniger als zehn Prozent reagieren mit Gehaltserhöhungen auf den Fachkräftemangel in der IT-Branche.

Befragt nach der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des IT-Standorts Deutschland gab die Mehrheit der Befragten ein positives Urteil ab. Mehr als die Hälfte von ihnen bewertet die Wettbewerbsfähigkeit des IT-Standorts Deutschland als gut, rund zehn Prozent sogar als sehr gut. Knapp dreißig Prozent halten IT-Deutschland im Wettbewerb nur für durchschnittlich.

Bei der Frage nach der Zukunft der Wettbewerbsfähigkeit des IT-Standorts Deutschland denkt mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer, dass keine Veränderung eintritt. Etwa ein Viertel erwartet eine Verbesserung, mehr als 20 Prozent eine Verschlechterung.

Der VDI hat für seine Umfrage zum Bedarf an Informatikerin mit 450 IT-Experten gesprochen.

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