Hybrid-Storage, Data Lakes, Automatisierung, IoT

Diese Storage-Trends kommen auf Unternehmen zu

23. Februar 2015
Christian Vilsbeck war viele Jahre lang als Senior Editor bei TecChannel tätig. Der Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik, blickt auf langjährige Erfahrungen im Umgang mit Mikroprozessoren zurück.
Cloud-Dienste, Flash im Storage oder Speichervirtualisierung sind nur einige Beispiele, mit denen sich IT-Verantwortliche auseinandersetzen. Doch welche Storage-Trends sollten Unternehmen ebenfalls im Auge behalten? Wir haben Dell, EMC, Fujitsu, HDS, HP, IBM, NetApp und Oracle gefragt.

Die aktuellen Herausforderungen, vor denen sich IT-Verantwortliche bei ihrer Storage-Infrastruktur sehen, sind beileibe nicht gering. Der Kostendruck steigt, das Wachstum der Daten hält an und aus den vorhandenen Ressourcen muss das Optimum herausgeholt werden. Die Unternehmen sind schon genügend damit beschäftigt, Cloud-Dienste einzubinden und die Storage-Landschaft zu konsolidieren und zu virtualisieren.

Neue Trends oder bald anstehende Anforderungen an die Storage-Infrastruktur sollten durch neue Themen wie Big DataBig Data Analyse oder "Internet of Things" dennoch nicht außer Acht gelassen werden. Wir haben die etablierten Storage-Anbieter gefragt, welche Trends um Umgang mit den Daten und Speichersystemen auf die Unternehmen zukommen: Alles zu Big Data auf CIO.de

Welche Storage-Trends sind 2015 zu erwarten?

Hans Schramm - Dell: "Der Trend geht in Richtung flexibler, modularer Speichersysteme. Auch Software Defined Storage sowie in der erweiterten Form das Software Defined Datacenter - und damit die Hyperconverged-Lösungen - spielen 2015 eine wichtige Rolle. Weiterhin wird sich die Flash-Technologie verstärkt im Markt etablieren, Kapazitäten werden steigen und die Preise weiter fallen. Für Unternehmen ergeben sich daraus dann vielfältige Optionen, die Lösungen über ein Softwarekonstrukt zu kombinieren - sei es aus der Richtung Software Defined Storage oder durch die Verwendung von intelligenter Software in evolutionär weiterentwickelten Storage-Produkten."

Dr. Stefan Radtke - EMC: "Einerseits sind das die hybriden Storage-Lösungen. Hier gibt es gerade beim Bereich Management noch einiges zu optimieren, um die Grenzen zwischen lokalem und Cloud-Storage noch transparenter zu machen. Hierauf konzentriert EMC einen großen Teil der Entwicklungs-Ressourcen. Der zweite Trend ist der vermehrte Einsatz von sogenannten Data-Lake-Plattformen, die die intelligente Datenspeicherung (auf Commodity-Hardware) und die Analysemöglichkeit für diese Daten auf einer Plattform vereinen. Derartige Transformationen sind nicht über Nacht zu bewältigen, sondern erfordern eine sorgfältige Planung und Kenntnis der Arbeitsabläufe. Das wird unsere Branche auch dieses Jahr beschäftigen!"

Stefan Roth - Fujitsu: "Ein weiterer Schwerpunkt wird die Ausrichtung der Storage-Systeme an den Geschäftsprioritäten sein. Auf diesem Gebiet gibt es noch viel Nachholbedarf."

Dr. Georgios Rimikis - Hitachi Data Systems: "Wir sehen insgesamt zehn Trends in drei Kategorien für 2015, die sich alle um das Dachthema Business-defined IT drehen. Im Segment Konvergenz, Automatisierung und Integration sind dies: Software-defined Storage sowie Management-Automatisierung und eine schnellere Einführung konvergenter Plattformen. Dank konvergenter Plattformen, die in alle Systeme sowie den Application Stack integriert sind, können Unternehmen Anwendungen wie SAPSAP HANA innerhalb kürzerer Zeit einführen und erzielen so einen schnelleren ROIROI. Alles zu ROI auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

Durch eine höhere Automatisierung sind ebenfalls Einsparungen bei Ressourcen und Investitionen möglich. Anhand einer intelligenten Orchestration Layer ist ein automatisiertes, dynamisches Management von Servern, Speicher und Netzwerk möglich, dass die Arbeitslasten zwischen Private und Public Clouds nach vorher festgelegten Parametern verteilt. Dazu gehören unter anderem Kosten, Leistung, Ablageort und die entsprechenden Governance-Richtlinien."

"Im Bereich Infrastruktur wird der Schwerpunkt auf Speichervirtualisierung liegen - und zwar auf weltweiter Ebene. Unternehmen erhalten so einen einzigen Speicher-Pool, der sich über mehrere physische Speichersysteme an verschiedenen Orten erstreckt. Da die Flut an Daten weiterhin zunehmen wird, ist dies dringend notwendig, damit Firmen den Überblick be- bzw. erhalten, wo welche Informationen abgelegt sind und welche Kopien es gibt. Immer intelligentere Flash-Module - der dritte Trend in diesem Bereich - können unterstützen, den Betrieb schneller zu gestalten.

Wir erwarten auch, dass 2015 Solid State Drives (SSDs) durch Enterprise Flash-Module abgelöst werden. Diese Flash-Speicher sind speziell für Enterprise-Anforderungen entwickelt und zeichnen sich durch eine hohe Leistung, Robustheit und Kapazität aus."

"Das dritte Segment an Trends dreht sich um Big Data, Internet der Dinge (IoT), Hybrid Cloud und die sogenannten "Data Lakes" für Big Data Analysen. Mit "Data Lake" sind Ansammlungen großer Datenmengen gemeint. Wie bei einem Teich lassen sich daraus Proben entnehmen, entsprechend analysieren und daraus Handlungsempfehlungen ableiten. Die Daten im "Teich" sind statisch und lassen sich beispielsweise in einer Public Cloud speichern.

Das gilt auch für einen Großteil der Daten, die beispielsweise durch das Internet der Dinge (IoT) generiert und mit Big Data ToolsTools ausgewertet und analysiert werden. Metadaten hingegen sollten verschlüsselt und gut geschützt hinter der Unternehmens-Firewall liegen. Analysten wie Tech Pro Response gehen daher davon aus, dass 70 Prozent aller Unternehmen Hybrid Clouds entweder bereits nutzen oder dies planen. Alles zu Tools auf CIO.de

Die Vorteile von Hybrid Clouds liegen auf der Hand: Auf der einen Seite profitieren Unternehmen von der Schnelligkeit, der Flexibilität und den Kostenvorteilen einer Public Cloud. Auf der anderen Seite verfügt das Hybrid-Modell über die Flexibilität einer Private Cloud-Lösung hinter der Unternehmens-Firewall."

Guido Klenner - Hewlett-Packard: "Die Verflechtung von IT und industriellen Prozessen wird 2015 weiter zunehmen. Für den Storage-Bereich bedeutet das Voranschreiten der Industrie 4.0Industrie 4.0 einen Zuwachs von Maschinendaten, darunter auch aus dem Internet of Things. Der Bedarf an kostengünstigen, flexiblen und skalierbaren Storage-Lösungen wird deshalb rasant und sehr stark ansteigen. Dies gilt sowohl für strukturierte Daten (z.B. Block-Daten) als auch für unstrukturierte Daten (z.B. File- und Object-Daten). Dabei muss eine nahtlose Datenmobilität sichergestellt werden. Dies gilt auch für Cloud-basierte Lösungen wie Private und Hybrid Cloud." Alles zu Industrie 4.0 auf CIO.de

Ralf Colbus - IBM: "Flash ist weiter auf dem Vormarsch. Die klassische 15k-rpm-Disk könnte im Lauf des nächsten Jahres langsam aussterben. Ein weiterer Trend sind SDEs (Software Defined Environments), in denen ganze Rechenzentren anhand wiederverwendbarer Richtlinien gesteuert werden. Bedingt durch das enorme Datenwachstum (Stichwort: Internet der Dinge) werden außerdem Bandbreite und Compute-Power weiter in den Fokus rücken."

Johannes Wagmüller - NetApp: "Multi-mandantenfähige Multi-Hypervisor-Umgebungen finden sich heute in jedem größeren RechenzentrumRechenzentrum. Diese Umgebungen müssen Storage-Anbieter mit einer zukunftssicheren Datenmanagement-Lösung unterstützen und hierbei Cloud-Ressourcen integrieren." Alles zu Rechenzentrum auf CIO.de

"Die Nutzung von hybriden Cloud-Ressourcen wird auch im Storage-Segment weiter voranschreiten. Die Analysten von IDC veröffentlichten im September 2014 Zahlen, nach denen knapp die Hälfte der deutschen Unternehmen inzwischen Cloud-Services nutzen, jedoch nur 15 Prozent eine Hybrid Lösung verwenden. In Zukunft werden wir in den Rechenzentren immer häufiger einen Mix aus On-Premise-, Private- und Public Cloud-Umgebungen sehen, weil sich so viele Unternehmensanforderungen am schnellsten und effektivsten adressieren lassen."

Vincenzo Matteo - Oracle: "Archivierung wird immer wichtiger. Zunächst wurde die Dringlichkeit dieses Feldes nur von ganz spezifischen Kundengruppen, die von Grund auf großen Datenmengen verwalten, wie etwa Rundfunkanstalten oder Unternehmen im Gesundheitswesen, erkannt. Der stetige, extreme starke Anstieg der zu verarbeitenden Datenmengen Jahr für Jahr führt jetzt aber auch bei anderen Unternehmen, etwa in der Finanzwirtschaft, Telekommunikationsbranche und auch im öffentlichen Dienst zu einem Umdenken.

Unternehmen müssen die Berge der von ihnen verwalteten Daten auf smarte Weise verwalten um Speicherkosten zu sparen. Bandspeicherlösungen und Software, die selbstständig Daten auf die einzelnen Storage Tiers verteilt, bieten hierfür die perfekte Lösung."