Teures Sparprogramm

Ericsson verdient wegen Stellenabbau weniger

17. Juli 2015
Der schwedische Mobilfunkausrüster Ericsson hat im zweiten Quartal wegen hoher Kosten für ein neues Sparprogramm einen Gewinneinbruch verbucht.

Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 2,1 Milliarden schwedische Kronen (226 Millionen Euro), 20 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie es am Freitag in Stockholm mitteilte. Der Konzern hatte im März angekündigt, 2100 Stellen vor allem in seinem Heimatland zu streichen. Das kostet zunächst viel Geld etwa für Abfindungen, im zweiten Quartal waren es 2,7 Milliarden Kronen. Insgesamt rechnet Ericsson mit Kosten zwischen drei und vier Milliarden Kronen für den Abbau. Auszahlen sollen sich die Einschnitte gegen Ende des Jahres.

Ericsson-Chef Hans Vestberg
Ericsson-Chef Hans Vestberg
Foto: Ericsson

Im operativen Geschäft lief es für die Schweden überraschend gut. Der Umsatz kletterte auch dank günstiger Wechselkurse um elf Prozent auf 60,7 Milliarden Kronen und übertraf damit die Erwartungen von Analysten. Allerdings sackte die bei Ericsson viel beachtete Bruttomarge selbst dann um 1,5 Prozentpunkte auf 35,1 Prozent ab, wenn man die Kosten für das Sparprogramm herausrechnet.

Ericsson-Zentrale in Kista, Schweden
Ericsson-Zentrale in Kista, Schweden
Foto: Ericsson

Im Netzwerkgeschäft drängen vor allem chinesische Anbieter mit Niedrigpreisen auf den Markt und setzen den etablierten Konzernen aus westlichen Industriestaaten zu. Zudem schickt sich der finnische Rivale Nokia an, die Schweden mit der Übernahme des französisch-amerikanischen Unternehmens Alcatel-Lucent zu übertrumpfen. Netzwerkausrüster stellen Geräte für Telekommunikationsnetze her, etwa Zentralrechner für Knotenpunkte und Basisstationen für Sendemasten. Während das Geschäft in China, Indien und Europa wächst, halten sich die großen Telekomgesellschaften in Nordamerika derzeit mit Investitionen zurück. (dpa/tc)

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