Abhörsichere Mobiltelefone

FAQ zu Krypto-Handys

04. Februar 2014
Was man unter Krypto-Handys versteht und warum sie immer noch so wenig verbreitet und unbeliebt sind, erklären die Arag-Experten.

Ein ganzer Wissenschaftszweig - die Kryptologie - beschäftigt sich mit Verschlüsselungsverfahren und Informationssicherheit. Eine aktuelle Entwicklung der Kryptologen ist das Verschlüsselungs-Mobiltelefon. Wie zweckmäßig so ein Krypto-Handy wirklich ist, sagen die Arag-Experten.

Für wen sind Krypto-Handys sinnvoll?

Abhörsichere Telefone, Handys und Computer sind nicht nur für die Bundeskanzlerin und andere Regierungen von einer hohen Bedeutung. Sinnvoll können verschlüsselte Handys z. B. auch für Sicherheits- und Vollzugseinrichtungen, BankenBanken sowie Börsen und Handelsplattformen sein. Unternehmen generell müssen sich auch immer öfter gegen Werksspionage schützen. Top-Firmen der Branche Banken

Auch Rechts-, Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsfirmen haben genau wie Personen aus dem Medizin- und Gesundheitssektor ein gehobenes Interesse an der Wahrung ihrer Verschwiegenheit gegenüber ihrer Mandanten und Patienten. Nicht zuletzt Privatpersonen haben nach Bekanntwerden der NSA-Abhörpraktiken ein erhöhtes Sicherheitsbewusstsein entwickelt. Tatsache ist jedoch, dass kaum jemand aus den genannten Nutzer-Gruppen die Krypto-Handys auch wirklich verwendet.

Warum sind Krypto-Handys nicht gang und gäbe?

Abhörsicher sind die Geräte nur unter einer Bedingung: Wer eine verschlüsselte Botschaft verschickt, muss sicherstellen, dass der Empfänger diese Botschaft auch entschlüsseln kann. Verschlüsselung funktioniert nur gegenseitig, das heißt, um verschlüsselt zu telefonieren, sind zwei Krypto-Handys notwendig, also sowohl der Anrufer als auch der Angerufene müssen eines benutzen. Telefoniert ein Gesprächspartner mit einem gewöhnlichen Smartphone, nutzt die Verschlüsselung nichts. Der aktuelle Kaufpreis für die neueste Technologie liegt zwischen 1.700 Euro und 2.500 Euro.

Hinzu kommt, dass den beiden Krypto-Modellen, die bis vor kurzem im Einsatz waren, je eine fundamentale Funktion fehlte. Während man mit dem Gerät des einen Herstellers verschlüsselt telefonieren und SMS schreiben kann, ermöglicht das andere die verschlüsselte Übertragung mobiler Daten, zum Beispiel von E-Mails. Beides mit einem Gerät ist jedoch nicht möglich. Für den Arbeitsalltag hieß das bisher: Nutzer mussten also mindestens zwei Handys bei sich tragen, wenn sie Vertrauliches per E-Mail, SMS und Telefon kommunizieren wollten.

Außerdem schalten Krypto-Handys alles ab, was Spaß machen könnte. Kameras, WLANWLAN, Bluetooth, all diese Funktionen werden stillgelegt. Denn nur wenn beispielsweise Bluetooth-Empfang grundsätzlich nicht möglich ist, kann auch kein Agent über Bluetooth das Adressbuch auslesen. Alles zu WLAN auf CIO.de

Wie qualitativ hochwertig ist das Telefonieren mit dem Krypto-Handy?

Die Qualität der Telefonate mit einem Krypto-Handy ist bisher bedeutend schlechter gewesen als mit einem normalen Mobiltelefon. Stimmen sind oftmals schlechter zu verstehen, außerdem gibt es laut den Arag-Experten eine Verzögerung: Zwischen Sprechen und Hören vergeht bis zu einer Sekunde, was den Gesprächsfluss stört. Die Anbieter geloben aber Besserung.

Mit der neuesten Generation von Krypto- Handys, die derzeit von Regierungsstellen getestet werden, sollen viele der Schwachpunkte wegfallen. So sollen die neuen Geräte Daten und Telefonie beziehungsweise SMS verschlüsseln. Die Verzögerung in Telefonaten soll so kurz sein, dass sie nicht länger als störend empfunden wird. Die Telefone trennen außerdem zwischen einem öffentlichen und einem dienstlichen Bereich. Der Nutzer soll zwischen beiden einfach hin- und herschalten. So wird es möglich, Apps wie FacebookFacebook zu installieren und zugleich trotzdem seine E-Mails verschlüsselt zu verschicken und zu telefonieren. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, per se zwei Geräte bei sich tragen zu müssen. Ob sich diese Art der abhörsicheren Telefonie aber generell durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. (oe)
(Quelle: www.arag.de) Alles zu Facebook auf CIO.de

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