Studie Forschungszentrum Jülich

Führungskräfte entscheiden anders

19. September 2012
Bettina Dobe ist freie Journalistin aus München. Sie hat sich auf Wissenschafts-, Karriere- und Social Media-Themen spezialisiert. Sie arbeitet für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland.
Forscher haben herausgefunden: Manager entscheiden anders als Nicht-Manager. Ihr Gehirn hat andere Strukturen ausgebildet.

Manager müssen vor allem eines können - schnell Entscheidungen treffen. Und das auch noch unter Druck, oft täglich. Wissenschaftler am Forschungszentrum Jülich haben untersucht, ob sich die Gehirne von Führungskräften und normalen Mitarbeitern unterscheiden. Ihre Hypothese: Im Kopf müssten unterschiedliche Strukturen zu finden sein. Wie ihr nun im Wissenschaftsjournal PLOS ONE erschienener Artikel beweist: Manager-Gehirne sind einfach anders.

Entscheidungsträger verlassen sich, so das Ergebnis der wissenschaftlichen Studie, auf eine quasi automatisierte Entscheidungsstrategie. Stehen wichtige Aufgaben an, hören Manager auf Kernaussagen, während Nicht-Manager die Situation genau analysieren, das Für-und-Wider abwägen und dann möglichst analytisch versuchen, eine Entscheidung zu treffen. Das ist nicht nur langsam und ineffizient, ein solcher Entscheidungsprozess stößt auch oft an Grenzen, wenn nicht genug Informationen vorhanden sind. In einem automatisierten System können Entscheidungen schneller getroffen werden.

Automatisierte Entscheidungsprozesse

Entscheidungen sind Kopfsache.
Entscheidungen sind Kopfsache.
Foto: V. Yakobchuk - Fotolia.com

Hat eine Führungskraft nicht ausreichend Informationen zur Verfügung, muss er sich auf eine andere Strategie verlassen. Er muss sich auf Näherungswerte verlassen, denn an einer Entscheidung kommt er meist nicht vorbei. Das heißt nicht, dass Manager nicht auch Situationen neu analysieren können. Im Tagesgeschäft jedoch sind eben automatisierte Entscheidungen schneller.

Um herauszufinden, ob ihre Hypothese stimmt, steckten Wissenschaftler Manager und Nicht-Manager in den Kernspintomographen. Sie zeigten ihnen Wortpaare, aus denen die Probanden jeweils ein Wort wählen sollten, das ihnen besser gefiel. Das simuliert Entscheidungsprozesse im wahren Leben, zumindest im kleinen Bereich. Ihre Ergebnisse stützen ihre Annahme.