Starker Konsum, aber Flaute in den Citys

Handel erwartet Umsatzplus

22. September 2016
Die gute Konsumlaune der Verbraucher schlägt sich kaum in den Innenstädten nieder. Während der Onlinehandel weiter boomt, warten vor allem stationäre Textilhändler derzeit oft vergeblich auf Kunden.
Der stationäre Handel rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von einem Prozent. Doch aufgrund des noch stärker wachsenden Onlinehandels geraten Geschäfte in Innenstädten sowie Einkaufszentren zunehmend unter Druck.
Der stationäre Handel rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von einem Prozent. Doch aufgrund des noch stärker wachsenden Onlinehandels geraten Geschäfte in Innenstädten sowie Einkaufszentren zunehmend unter Druck.
Foto: gpointstudio - shutterstock.com

Trotz guter Geschäfte im deutschen Einzelhandel geraten Innenstädte und Einkaufszentren zunehmend unter Druck. Hintergrund sei eine rückläufige Kundenfrequenz gerade auch in zentralen Lagen, beklagte der Hauptgeschäftsführer des HandelsverbandsHandelsverbands Deutschland, Stefan Genth, am Mittwoch in Düsseldorf. Gewinner der Entwicklung sei der Onlinehandel. Während der Verband für den stationären Handel im laufenden Jahr mit einem Umsatzplus von einem Prozent rechnet, wird im Onlinehandel ein Zuwachs um elf Prozent erwartet. Top-Firmen der Branche Handel

Insgesamt gehe die Branche von einem Umsatzwachstum von 2,5 Prozent aus, sagte Genth. Angesichts der niedrigen Zinsen und der guten Beschäftigungslage befinde sich der deutsche Handel damit in einem Fünf-Jahres-Hoch. "Die Handelsunternehmen beurteilen ihre Lage auf breiter Front positiv", sagte der HDE-Hauptgeschäftsführer. In den ersten sechs Monaten hatte die Branche bereits den Umsatz um 2,6 Prozent auf 233,22 Milliarden Euro steigern können.

Verlierer der Entwicklung sei derzeit vor allem der Textilhandel, der auch wegen der Wetterkapriolen im Frühjahr und Herbst dieses Jahres vielfach kaum Saisonware habe verkaufen können. "Wer kauft bei 30 Grad einen Wintermantel?", sagte Genth.

Mehr als vier von zehn Betrieben aus dem Textilhandel hätten bei einer aktuellen Konjunkturumfrage des Verbands über schlechtere Geschäfte im ersten Halbjahr 2016 geklagt. Ähnlich sehe die Lage in den Innenstädten und Einkaufszentren aus, in denen der Textilhandel oft die prägende Branche sei. Aus Sicht des Verbandes sei dies jedoch kein Abgesang an die Innenstädte. Notwendig sei vielmehr ein stärkeres Engagement der öffentlichen Hand in den Citys und die Verzahnung der stationären Händler mit dem Internet. Von derzeit rund 300000 Händlern in Deutschland seien rund 70 Prozent noch nicht im Internethandel aktiv. (dpa/ib)

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