Dickes Investment

IBM startet Geschäftsbereich für Watson

09. Januar 2014
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IBM investiert mehr als eine Milliarde Dollar in den Ausbau seines Geschäfts mit dem "lernenden" Supercomputer Watson und gründet dazu unter anderem einen eigenen Geschäftsbereich.

Die Watson-Sparte solle auf mehr als 2000 Mitarbeiter wachsen von bislang einigen hundert, erklärte der Konzern laut "Wall Street Journal". IBMIBM legt demnach außerdem einen mit 100 Millionen Dollar dotierten Venture-Capital-Fonds auf, um die Entwicklung von Watson-Anwendungen zu fördern. "Wir treten jetzt in eine Phase rapiderer Expansion ein", kündigte Michael Rhodin an, der als Senior Vice President den neuen Watson-Geschäftsbereich leitet. Alles zu IBM auf CIO.de

Der "lernende" Supercomputer Watson soll für IBM ein großes Geschäft werden.
Der "lernende" Supercomputer Watson soll für IBM ein großes Geschäft werden.
Foto: IBM

Erst gestern hatte das "WSJ" berichtet, die seit drei Jahren laufende Kommerzialisierung von Watson hinke hinter den hochgesteckten Erwartungen der IBM hinterher - bislang habe der Konzern Stand Ende Oktober 2013 noch keine 100 Millionen Dollar mit Watson erlöst. Separate Finanzzahlen für die neue Sparte wird IBM künftig allerdings nicht vermelden, das "lernende" System bleibt Teil des Bereichs analytische Software. Für die Analytics-Unit hatte "Big Blue", dessen Gesamteinnahmen seit sechs Quartalen in Folge (leicht) rückläufig sind, im vergangenen Jahr das Umsatzziel für 2015 von zuvor 16 auf 20 Milliarden Dollar hochgesetzt.

Watson das "Lernen" für bestimmte Anwendungsbereiche wie Krebstherapie oder Investment-Strategie beizubringen dauert allerdings zum Teil jahrelang; außerdem läuft das Watson-System nicht in der zugekauften Softlayer-Cloud. IBM arbeitet außerdem noch am Geschäftsmodell - es könnte die Watson-Software an Kunden in Lizenz geben, eine Zugangsgebühr für den Zugriff auf verschiedene digitale Watson-"Berater" verlangen oder auch eine Beteiligung an neuem Kundenerfolg durch Mehrumsatz oder geringere Kosten. "Wir haben schon unglaubliche Fortschritte erzielt", sagt Manager Rhodin. "Aber es gibt auch noch eine Menge zu tun."

Im Zuge der Ankündigung stellt IBM dem Bericht zufolge (auf der Webseite ist sie bislang noch nicht zu finden) heute zwei neue Watson-Lösungen vor - eine zur Analyse riesiger Datenmengen ("Big DataBig Data") und eine weitere zur Visualisierung von Daten. Außerdem soll es einen "Digital-Life"-Service geben, über den Verbraucher Watson ausprobieren können, indem sie zum Beispiel eine Applikation bauen, die einem Nutzer auf Basis von Diätvorgaben einen Speiseplan ausgibt. Alles zu Big Data auf CIO.de

IBM hatte schon im vergangenen Herbst damit begonnen, die Anwendungsentwicklung für Watson für unabhängige Software-Entwickler (ISVs) zu öffnen. Der Konzern könnte dabei ähnlich verfahren wie AppleApple mit seinen App Stores und einen Teil vom Umsatz einstreichen. Bislang haben nach Angaben von IBM bereits über 750 Personen und Unternehmen ihr Interesse an einem Arbeiten mit Watson signalisiert, derzeit werden die Vorschläge geprüft. Über den neuen Venture-Fonds hofft IBM auf noch mehr Interesse von Third-Party-Entwicklern. Alles zu Apple auf CIO.de

Die Firma Fluid aus San Francisco zum Beispiel möchte mit Hilfe von Watson eine App erstellen, die auf E-Commerce-Webseiten die virtuelle Kundenberatung übernimmt. CEO Kent Deverell erwartet, dass Interessenten dadurch leichter die gesuchten Produkte finden und mehr Verkäufe generiert werden. Fluid muss seine Anwendung allerdings noch fertigstellen und dann Händler finden, die sie auch einsetzen wollen. "Wir würden diese Anstrengung aber nicht unternehmen, wenn wir nicht an ein großes kommerzielles Potenzial glauben würden", sagt Deverell.

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Themen: Apple, Big Data und IBM

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