Chiphersteller

Infineons Autosparte setzt auf Elektroautos

23. Januar 2014
Der Chiphersteller Infineon setzt auf einen Durchbruch der Elektro-Mobilität, um sein Geschäft mit E-Autos bis 2020 zu verzehnfachen.

Derzeit sorgten diese Fahrzeuge nur für ein Zehntel des Umsatzes, den Infineon mit Chips für Verbrennungsmotoren mache, sagte der Chef der Autochipsparte, Jochen Hanebeck, der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Je nachdem wie schnell sich die E-Mobilität durchsetzt, könnten beide Geschäfte bis zum Ende des Jahrzehnts das gleiche Volumen haben." Mit konventionellen Antrieben mache Infineon etwa ein Drittel des Sparten-Umsatzes von zuletzt 1,72 Milliarden Euro, sagte Hanebeck. Dagegen bringe das Geschäft mit E-Autos erst einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Wie viel Luft nach oben ist, zeigt das Extrembeispiel des elektrischen BMW i3: In jedem Modell stecken laut Hanebeck Infineon-Produkte für mehrere hundert Euro. Im Schnitt aller 2013 gebauten Wagen waren es nur rund 20 Euro. Allerdings hat Infineon nicht bei jedem E-Auto so hohe Anteile wie beim i3. Doch der Trend ist eindeutig: Über alle Segmente hinweg steckten in einem Wagen mit Verbrennungsmotor Halbleiter für 340 US-Dollar, sagte Hanebeck. Bei einem Elektro-Auto sei es fast doppelt so viel. "E-Mobilität ist also ein hochinteressantes Geschäft für uns", sagte der Manager. Dabei sei es für Infineon egal, ob der Strom aus einer Batterie oder Brennstoffzelle komme.

Welche Technologie sich durchsetzt, ist also unerheblich - entscheidender ist die Frage, wann der große Durchbruch der Stromer tatsächlich gelingt. Und das steht in den Sternen. Solange muss sich Infineons Autosparte auf das angestammte Geschäft konzentrieren, das laut Hanebeck ebenfalls von strengeren CO2-Grenzwerten profitiert. So setzten die Autobauer neben sparsameren Benzin- und Diesel-Motoren auf mehr Effizienz auch bei anderen elektrischen Bauteilen wie etwa Pumpen, die nur noch bei Bedarf anspringen. Für die Hersteller sei die Rechnung entscheidend: "Was gebe ich pro gespartem Gramm CO2 aus", sagte Hanebeck. Und obwohl pro Pumpe nur ein paar Euro bei Infineon hängenblieben, lohne sich das Geschäft. "Die Masse macht's."

Profitieren könne der Geschäftszweig von der Erfahrung, die Infineons Industriesparte schon mit energiesparenden Halbleitern habe. Dieses Wissen nutze seine Abteilung nun für die Autobranche, sagte Hanebeck. "Das gibt uns einen großen Vorsprung."

Daneben dürfte speziell der Umsatz mit Sicherheitskomponenten zulegen. Denn künftig werden Assistenzsysteme bei Crashtests bedeutsamer - und Hanebeck setzt darauf, dass die Autohersteller daher mehr elektrische Helfer wie Bremsassistenten oder Fußgänger-Erkennung einbauen. Dazu braucht es unter anderem teure Radar-Technik, mit der Infineon punkten will. "Das sind sehr anspruchsvolle Halbleiter", sagte Hanebeck und hofft auf einen Schub.

Damit dürften sich die Geschäftsanteile stärker zu den Antriebssträngen und Sicherheitssystemen verschieben, die laut dem Manager derzeit ein Drittel, beziehungsweise ein Viertel des Spartenumsatzes ausmachen. Insgesamt liegt das Geschäft mit Halbleitern für Autos auf Kurs zu zwei Milliarden Euro Umsatz. Konzernweit peilt Infineon in diesem Geschäftsjahr sieben bis elf Prozent Plus an. "Ich bin sehr guter Dinge, dass unser Auto-Geschäft ordentlich dazu beiträgt", sagte Hanebeck. Damit könnte die Sparte schon Ende September an 1,9 Milliarden Euro herankommen. (dpa/rs)

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