Fertigungsunternehmen nachlässig im Produktionsmanagement

Kennzahlen oft mangelhaft gepflegt

14. Oktober 2009
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Unternehmen nutzen nur in geringem Umfang Kennzahlen als Steuerungsinstrument für ihre Produktion. Das hat die Felten Group in einer aktuellen Studie herausgefunden. Einen Tipp zur Verbesserung der Analyse von Schlüsseldaten hat Felten auch gleich parat: den Aufbau von Production Intelligence (PI) - analog aufgebaut zur Business Intelligence (BI).

Jede Menge Spielraum für Optimierung - das dürften sich CIOs und CFOs als allererstes denken, angesichts der Ergebnisse einer Umfrage des Software- und Beratungshauses Felten. Denn offenbar hapert es in den deutschen Fertigungsunternehmen an der Kenntnis der für eine effiziente Produktion benötigten Schlüsseldaten. Zwar weisen die befragten 340 mittelständischen und großen Produktionsunternehmen diesen Kennzahlen - den Key Performance Indicators (KPIs) - eine zunehmend erfolgskritische Bedeutung bei. Derzeit gibt es aber noch erheblichen Verbesserungsbedarf in der Auswertung und Steuerung der Daten, die etwa über Bearbeitungszeiten, Auschussquoten oder Fehlerhäufigkeiten exakt Aufschluss geben.

63 Prozent der Befragten messen den KPIs künftig zwar eine entscheidende Bedeutung bei. Von einem aktuell uneingeschränkt bedarfsgerechten Kennzahlensystem für ihr Produktionsmanagement berichten aber lediglich 28 Prozent. Knapp die Hälfte attestiert dem KPI-System in eigenen Haus "gewisse Einschränkungen". Falls es überhaupt ein Kennzahlensystem gibt, wird häufig mit veralteten Daten gearbeitet. Nur ein Fünftel sagt, dass in ihrem Unternehmen durchgängig mit sehr aktuellen Kennzahlen operiert wird. Etwa genauso viele äußern allerdings, dass ihre Kennzahlen überwiegend veraltet seien.

Daten werden nicht zur Prozessoptimierung genutzt

Mau sieht es also aus bei der Datengrundlage - und keineswegs besser in der Nutzung des vorhandenen Wissens. Auf die Frage, ob KPIs konsequent dafür eingesetzt werden, die Prozesse kontinuierlich zu verbessern, antworten lediglich 18 Prozent mit "Ja". 54 Prozent sagen, dies sei begrenzt der Fall; 28 Prozent gestehen ein, dass dies kaum geschehe.

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