TCO-Schätzung widerspricht TCO-Berechnung

Linux keine kostengünstige Alternative - vorerst

07. April 2004
Von Patrick Goltzsch
Große Unternehmen können sich aus Kostengründen einen Wechsel von Windows zu Linux nicht erlauben. Eine Migration bringt ihnen zudem keine fassbaren Vorteile. Allenfalls kleine Unternehmen haben durch Open-Source-Lösungen Vorteile, so eine Studie der Yankee Group.

90 Prozent der großen Unternehmen mit mehr als 10000 Mitarbeitern sehen einen Plattformwechsel von Linux zu Windows als deutlich zu teuer, hochkomplex und zeitaufwändig an. Darüberhinaus würde ein solcher Schwenk keine wesentlichen Geschäftsvorteile bieten. Mit Blick auf die Berechnung der Total-Cost-of-Ownership ergäben sich deutliche Vorteile durch den Übergang zu Linux nur für kleine Firmen, so die Yankee Group.

Das Marktforschungsunternehmen Soreon war in seiner Berechnung des TCOTCO für Desktop-Lösungen zum genau entgegengesetzen Ergebnis gekommen. Demnach könnten kleine Unternehmen durch den Einsatz von Open SourceOpen Source allenfalls fünf Prozent gegenüber den Kosten sparen, die für eine Microsoft-Lösung fällig werden. Für große Unternehmen bewegte sich die Ersparnis bereits bei 21 Prozent. Während Soreon Lizenz- und Betriebskosten für seine Rechnung zu Grunde legte, spiegelt die aktuelle Studie die Einschätzungen der Verantwortlichen wider. Alles zu Open Source auf CIO.de Alles zu TCO auf CIO.de

Kritik zog die Studie aus dem Linux-Lager auf sich. Bei den Migrationskosten würden mit einem Update von einer Windows-Version auf die nächste und der Installation von Linux Äpfel mit Birnen verglichen. Zudem sei die Betrachtung der Kosten für einen Wechsel von der Berechnung der TCO zu trennen, hieß es.

Die zunehmende Akzeptanz von Open Source in den Unternehmen spiegelt sich in anderen Ergebnissen der Studie. Ein Viertel der Unternehmen, die nur Windows einsetzen, werden in Zukunft bei speziellen Aufgaben Linux einsetzen. Über ein Fünftel wollen ihre Desktops zum Teil auf das freie Betriebssystem umstellen. Der Anteil der Unternehmen, die Windows vollständig vom Desktop verbannen wollen, liegt unter fünf Prozent.

Diese Ergebnisse können erklären, warum die Analysten ihre Resultate nur für einen relativ kurzen Zeitraum gelten lassen wollen: Linux "werde MicrosoftMicrosoft als den führenden Server-Anbieter nicht in den nächsten zwei Jahren vom Thron stoßen", und bis 2006 würden Linux-Desktops auch den Windows-Marktanteil von 94 Prozent auf den Arbeitsplatzrechnern nicht gefährden, so die Yankee Group. Alles zu Microsoft auf CIO.de

Für die Studie hat die Yankee Group weltweit 1000 Administratoren und Führungskräfte befragt.

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Themen: Microsoft, Open Source und TCO

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