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Public Cloud von Amazon

RWE migriert SAP HR in AWS

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Der Stromanbieter hat sein SAP HR-System in Tschechien in die Amazon-Wolke migriert. Das Projekt soll der Auftakt für eine Cloud-Offensive sein.
Das RWE-Kraftwerk in Hamm: Der Konzern macht jetzt ein bisschen ernst mit dem Abflug in die Wolke.
Das RWE-Kraftwerk in Hamm: Der Konzern macht jetzt ein bisschen ernst mit dem Abflug in die Wolke.
Foto: RWE AG

RWE lässt Worten Taten folgen. 2013 stellte Michael Neff, Geschäftsführer der RWE IT GmbH, die IT-Zukunftsstrategie des Essener Energiekonzerns vor. Demnach will die RWE-IT künftig keine grundlegenden IT-Infrastrukturdienste mehr bereitstellen. Jetzt nimmt die angekündigte Transformation Fahrt auf, zumindest mit einem ersten Projekt.

Die tschechische RWE CZ, vollständige Tochter der RWE AGRWE AG und konzernintern zu RWE East zählend, hat ihr SAP HR-System in die Public CloudPublic Cloud von AmazonAmazon Web Services (AWS) migriert. Damit ist zumindest ein wichtiger Schritt gemacht, um das RWE-Rechenzentrum in Brno zeitnah abschalten zu können. Bis Jahresende soll es nach aktuellen Planungen still gelegt sein. Top-500-Firmenprofil für RWE AG Alles zu Amazon auf CIO.de Alles zu Cloud Computing auf CIO.de

Betriebskosten sollen um ein Zehntel sinken

Mit der Migration einer zwar wichtigen, aber nicht zu den Kern-Business-Anwendungen zählenden Applikation soll zum einen im Unternehmen für die Cloud-Migration vergleichbarer Anwendungen geworben werden. Zum anderen konnte der Ressourcenbedarf des Data Centers mit Ablaufdatum verringert werden. Die Betriebskosten für die SAP HR-Lösung sollen um ein Zehntel sinken.

"AWS wurde wegen der prognostizierten Einsparmöglichkeiten, der hohen Kapazität der AWS Cloud sowie deren hohem Maß an Flexibilität als Cloud-Anbieter für die Migration gewählt", heißt es aus der Essener Konzernzentrale. Überdies hätten mehrere Zertifizierungen wie beispielsweise ISO 27001 und ISO 9001 für den Dienstleister gesprochen. Die IT von RWE CZ will die Flexibilität der Cloud-Lösung voll ausnutzen und hat auch das Change Management gestrafft.

Design und Implementierung der neuen Architektur schulterte die RWE-IT mit einem Projektteam in Zusammenarbeit mit dem Dienstleister T1 Solution. Eine stabile und redundante verschlüsselte Verbindung zwischen dem RechenzentrumRechenzentrum und der Cloud soll über AWS VPC VPN gewährleistet sein. Über das VPN hereinkommende Anfragen gehen zunächst an einen nicht-öffentlichen Elastic Load Balancer. Dieser leitet sie dann an die leistungsfähigste Instanz weiter. Alles zu Rechenzentrum auf CIO.de

Oracle Enterprise Edition auf AWS EC2

Backup, Restore und Recovery erfolgen über den Einsatz von Oracle Secure Backup (RMAN) der Oracle Enterprise Edition auf AWS EC2. Die Backups werden in Amazon S3 und später in Amazon Glacier abgelegt, um eine hohe Beständigkeit zu möglichst geringen Kosten zu erreichen.

RWE | Cloud-Migration
Branche: Energie u. RohstoffeEnergie u. Rohstoffe
Zeitrahmen: mehrere Monate
Produkte: SAP HR in AWS-Cloud
Dienstleister: RWE IT GmbH, T1 Solution
Einsatzort: Tschechien
Internet: www.rwe.com Top-Firmen der Branche Energie u. Rohstoffe

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Branche: Energie u. Rohstoffe

Themen: Amazon, Cloud Computing und Rechenzentrum

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Kommentare zum Artikel

Alexander Holz

Ich bewundere die unterschiedlichen Konzernstrategien. einerseits rückständige Kohleverfeuerung und der Ruf nach Subventionen beim Rückbau und Entsorgung der AKW-Altlasten, andererseits nun der Gang mit Personaldaten in die Amazon-Cloud als fortschrittliche Handlung. Für mich passt beides zusammen unter der Überschrift ala VW, Rechte und Interessen der beteiligten Menschen sind uns einerlei.
Schwere Kost fürs Maketing. Ich wünsche der RWE als großem Energieversorger mit großer gesellschaftlicher Verantwortung etwas mehr Weitblick in den strategischen Entscheidungen, dies scheint dringend notwendig.
Als Systemhaus erleben wir aktuell die erste Welle des Rückbaus aus der Cloud zurück On Premise, da die vielfältigen eigenen Erwartungen nicht erfüllt werden und die Cloudnutzung in erster Linie den Herstellern und Softwareanbietern nützt, aber weniger den Kunden. Viel Erfolg oder besser Viel Glück beim Einstieg in den Ausstieg.

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