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Chancen jenseits der Deadline

SEPA - heute Fluch und morgen Segen

Ad van der Graaff ist Manager im PwC-Bereich Financial Services Business Consulting. Er ist spezialisiert auf Business-Transformationen innerhalb von Banken, bei denen Informationstechnologie an zentraler Stelle zum Tragen kommt. Er verfügt über Branchenkenntnisse im Retail Banking für Verbraucher und kleine und mittelständische Unternehmen sowie mit Karten- und Risk-Management-Lösungen, ebenso ist er vertraut mit den Abläufen in Geschäftsbanken, etwa im elektronischen Geschäft mit Firmenkunden, im Cash Management und vor allem durch zahlreiche Projekte im Zahlungsverkehr. Er verfügt über interkulturelle Erfahrungen durch verschiedene multinationale Projekte.
Jens Kohnen ist Manager in der Corporate Treasury Solutions Group von PwC in Deutschland. In verschiedenen Funktionen bei Banken, in Finanzabteilungen und in der Beratung hat er umfangreiche Erfahrungen im Cash Management sowie in den Bereichen Zahlungsverkehr und Finanzdienstleistungen gesammelt. Für PwC in Deutschland koordiniert Kohnen das SEPA Centre of Excellence und betreut zahlreiche SEPA-Implementierungen bei großen und mittelständischen Unternehmen sowie Projekte zur Implementierung von Payment Factories, In-house Banken, zum Management von Bankbeziehungen sowie zu neuen innovativen Zahlungsprodukten wie Mobile Payments.
Thomas Schräder verantwortet als Partner die Corporate Treasury Solutions Group von PwC in Deutschland. Er hat über 20 Jahre Erfahrung in der Treasury Beratung. Während dieser Zeit unterstützte er diverse Industrie- und Handelsunternehmen sowie Institutionen des öffentlichen Rechts in allen Fragestellungen rund um die Abbildung und Steuerung von Finanzen und Finanzrisiken. Schräder wird regelmäßig von Verbänden und Institutionen als Experte für die Entwicklung von Standards im Treasury hinzugezogen.
Angesichts der näher rückenden Deadline am 1. Februar 2014 steigt der Unmut über die Single European Payments Area (SEPA). Doch auf Dauer kann sich SEPA für Finanzdienstleister und Unternehmen auszahlen.

Der Großteil der BankenBanken und VersicherungenVersicherungen hat die SEPA-Umstellung zumindest soweit vorangetrieben, dass am 1. Februar 2014 die Technik funktioniert. Anders sieht es bei den Unternehmen aus: Viele haben in kurzer Zeit noch erhebliche Hausaufgaben zu erledigen. Top-Firmen der Branche Banken Top-Firmen der Branche Versicherungen

Mehr als eine Umstellung auf IBAN und BIC: SEPA kann Auslöser zur Überarbeitung wesentlicher Prozesse sein.
Mehr als eine Umstellung auf IBAN und BIC: SEPA kann Auslöser zur Überarbeitung wesentlicher Prozesse sein.
Foto: PwC

Bei aller Eile sollten aber weder Unternehmen noch Finanzdienstleister die strategischen Vorteile aus den Augen verlieren, die ihnen der einheitliche europäische Zahlungsverkehr bietet. Eine Analyse der Situation bei Unternehmen und Finanzdienstleistern bringt Klarheit:

Zahlungsdienstleister: Ihre Aufgabe geht über die eigene SEPA-Umstellung hinaus

Zahlungsdienstleister sind weitgehend fit für den einheitlichen europäischen Zahlungsverkehr. Doch ihr Erfolg hängt auch davon ab, dass ihre Kunden auf die neuen Datenformate, Fristen und Bedingungen der Single Euro Payments Area (SEPA) vorbereitet sind. Sind sie es noch nicht, müssen die Zahlungsdienstleister gezielt auf die Betroffenen zugehen und sie - wo nötig - auf dem Weg in den europäischen Zahlungsverkehrsraum kompetent begleiten.

Für Zahlungsdienstleister, die selbst erst am Anfang ihrer SEPA-Umstellung stehen, gilt: Für die Verbesserung der Finanzarchitektur, für die die SEPA-Deadline ein willkommener Anlass wäre, wird die Zeit knapp.

Die entscheidenden Kunden identifizieren und ansprechen

Überweisungen und der Einzug von Lastschriften können in der neuen Welt für Banken enorm viel Arbeit bedeuten, wenn Kunden mit großem Zahlungsverkehrsvolumen ihre Daten und Systeme nicht rechtzeitig umgestellt haben. Zentrale Kunden werden, wenn sie beispielsweise nicht rechtzeitig auf die neuen Datenformate umgestellt haben, möglicherweise vom Zahlungsverkehr abgeschnitten. Je wichtiger der reibungslose Zahlungsverkehr für ihr Geschäft ist, desto größer wird der Unmut sein, den sie ihre Zahlungsdienstleister spüren lassen werden.