Burton Group

"Services" statt SOA

11. Februar 2009
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Service-orientierte Architekturen (SOA) konnten die hochgesteckten die Erwartungen von Unternehmen bisher nur unzureichend erfüllen. Burton-Group-Analystin Anne Thomas Manes plädiert dafür, den Begriff SOA aus dem Wortschatz zu streichen und ihn durch Services zu ersetzen.

Ursprünglich sollte SOA die gesamte IT-Welt retten. Doch die Versprechungen über Nutzenpotenziale Service-basierter IT-Architekturen wie Kostenreduzierung, Skalierbarkeit sowie die angestrebte Flexibilisierung der IT konnten bisher nicht eingelöst werden. Diese Meinung vertritt Anne Thomas Manes, Analystin bei der Burton Group, in einem Blogeintrag. Vielmehr sei das Akronym SOA zu einem Unwort geworden und gehört deshalb aus dem Vokabular gestrichen.

Unternehmen hätten bis heute viele Millionen in SOA investiert, doch die IT-Systeme seien dadurch keineswegs besser geworden, so die Analystin. Ganz im Gegenteil, die Situation habe sich verschlechtert. SOA-Projekte dauerten zu lange, was IT-Kosten in die Höhe treibt, zudem sind IT-Systeme teilweise anfälliger gegen Störungen geworden.

Versprechungen nicht eingelöst

Dadurch habe sich eine SOA-Müdigkeit eingestellt, die inzwischen einer Desillusionierung gewichen ist, denn: Viele Geschäftsentscheider glauben einfach nicht mehr an den Nutzen von SOA. Die meisten Unternehmen werden im Jahr 2009 das Budget für SOA-Initiativen drastisch kürzen.