Kurznachrichtendienst

Shopping-Funktion lässt Twitter-Aktie steigen

09. September 2014
Twitter kann neue Einnahmequellen gut gebrauchen. Der Kurznachrichtendienst hängt bislang fast komplett an Werbeeinnahmen - für Gewinne reichte das zuletzt nicht. Nun soll das Geschäftsfeld auf Online-Shopping ausgeweitet werden - Anlegern gefällt das.

Twitter testet seine lange erwartete Shopping-Funktion - an der Börse verkauft sie sich schon einmal gut. Die Aktie des Kurznachrichtendienstes stieg am Montag um drei Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen in seinem Blog angekündigt, versuchsweise Online-Käufe direkt aus der eigenen Nutzeroberfläche heraus zu ermöglichen. Das soziale Netzwerk FacebookFacebook experimentiert derzeit mit einer ähnlichen Kauffunktion. Alles zu Facebook auf CIO.de

Einige Twitter-User sollen die Shopping-Buttons seit Wochenbeginn ausprobieren können. "Wir sind noch ganz am Anfang, wir werden zuhören, zusehen und lernen", twitterte Nathan Hubbard, der ehemalige CEO der Firma Ticketmaster, den der Kurznachrichtendienst vor einem Jahr abgeworben hatte, damit er das Projekt E-Commerce anschiebt.

Zu den ersten 28 Handelspartnern, über deren Tweets eingekauft werden kann, zählen die Band Soundgarden, Sängerin Rihanna oder die Heimwerkerkette Home Depot. TwitterTwitter profitiert von den Daten - Versandadresse, Kreditkarte und vollständiger Name - die Kunden angeben müssen. Angeblich will das Unternehmen keine Provision von den Händlern kassieren. Alles zu Twitter auf CIO.de

Twitter hatte zuletzt zwar unerwartet hohes Nutzerwachstum verzeichnet. Allerdings hat die Firma ein Einnahmeproblem und sucht nach Geldquellen. Die Pläne, sich für Internethandel zu öffnen, sind nicht neu. Erst im Juni hatte sich Twitter mit AmazonAmazon zusammengetan, um dessen US-Kunden den Einkauf zu erleichtern. Die Konten können nun verknüpft werden. Alles zu Amazon auf CIO.de

Bei Twitter-Nachrichten mit Link zu einem Amazon-Artikel genügt es, eine Antwort mit dem Text "#AmazonCart" zu senden, damit er zum Einkaufskorb hinzugefügt wird. Dem Analyse-Tool Topsy zufolge wird etwa 4000 mal täglich von der Funktion Gebrauch gemacht. Allerdings ist nicht sicher, ob diese Käufe zustande kommen - Nutzer müssen sie hinterher noch bei Amazon bestätigen.

Auch mit dem Kauf des auf Zahlungsabwicklung über Kredit- und EC-Karten spezialisierten Startups CardSpring Mitte Juli und Experimenten mit American Express hatte Twitter bereits die Weichen gestellt, um sein Geschäftsmodell auf Online-Shopping auszuweiten. Investoren reagieren positiv - die Twitter-Aktie ist in den letzten drei Monaten um fast 50 Prozent gestiegen. (dpa/rs)

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Themen: Amazon, Facebook und Twitter

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