Lösungen im Weitverkehr

Sicher Daten übertragen mit VPNs

26. Juni 2008
Jürgen Mauerer betreibt als freier Journalist ein Redaktionsbüro in München.
Virtual Private Networks (VPN) verbinden Rechner oder Netzwerke über das Internet und sorgen dabei für die sichere Übertragung der Daten. Dieser Artikel zeigt, wie ein VPN funktioniert, welche VPN-Varianten es gibt und für welche Einsatzszenarien sie am besten geeignet sind.

Das Internet hat die Kommunikationswege beschleunigt und damit die Arbeit in den Unternehmen stark verändert. So greifen immer mehr Mitarbeiter von außen auf das Unternehmens-Netzwerk zu: Der mobile Außendienst-Mitarbeiter ruft seine E-Mails oder eine Auftragsbestätigung via Notebook oder Smartphone ab, die Kollegen aus inländischen oder weltweiten Niederlassungen benötigen wichtige Daten, wieder andere Beschäftigte arbeiten überwiegend vom Home Office aus, um ihr Berufs- und Privatleben besser unter einen Hut zu bringen. Auch externe Partner und Kunden erhalten verstärkt Zugriff auf interne Informationen von Unternehmen.

Via VPN lassen sich Standorte und mobile Mitarbeiter an das Firmennetz anbinden. Bei Bedarf erfolgt der Zugriff auch über einen Hotspot.
Via VPN lassen sich Standorte und mobile Mitarbeiter an das Firmennetz anbinden. Bei Bedarf erfolgt der Zugriff auch über einen Hotspot.
Foto: T-Systems

Sie alle profitieren von den Vorteilen des World Wide Webs. Verbindungen über das Internet sind zeit- und ortsunabhängig und zwei Rechner lassen sich mit wenig Aufwand miteinander verbinden, selbst wenn sie auf unterschiedlichen Kontinenten stehen. Doch das Internet hat auch Schattenseiten. Hacker-Attacken, Würmer oder Trojaner verschaffen Unbefugten Zugriff auf ungeschützte Rechner und Netzwerke. Ohne Verschlüsselung und ohne passende Schutzvorkehrungen können zudem gesendete Daten gelesen und manipuliert werden.

Kommunikation über sichere Netzwerke ist also ein Muss in einer Zeit, in der die Medien voll sind von Berichten über Viren, Würmer oder Hacker-Angriffen. Abhilfe schaffen Virtual Private Networks (VPN), virtuelle private Netze. Sie sichern Daten bei der Übertragung ab, da sie eine Reihe von Schutzmechanismen gegen Angriffe bieten.

So arbeitet ein VPN

Die Arbeitsweise eines VPNs ist im Prinzip sehr einfach. Man erzeugt über Verschlüsselung ein kleines Netzwerk innerhalb eines großen Netzes, das nur mit den passenden Adressen und Passwörtern zugänglich ist, das heißt nur berechtigte Benutzer können miteinander kommunizieren. Ein VPN stellt somit eine Art überwachte private Leitung innerhalb des Internets her. Es verbindet Rechner oder Netzwerke miteinander, indem es andere Netzwerke als Transportweg benutzt. Dem Benutzer bleibt der tatsächliche Übertragungsweg verborgen, er ahnt nichts vom zwischengeschalteten (virtuellen) Netzwerk.

Ein Beispiel: Ein mobiler Mitarbeiter verbindet sich von irgendeinem Hotel dieser Welt mit der Firmenzentrale, um wichtige Daten zu übermitteln. Damit die Übertragung sicher verläuft, baut das VPN eine virtuelle IP-Umgebung auf. Der Client beim mobilen Mitarbeiter verschlüsselt die Daten, die über diese Verbindung übertragen werden sollen, und verpackt diese in einem anderen Datenpaket, das über das Internet an die Firmenzentrale gelangt. Dort entschlüsselt der VPN-Server das Originalpaket und verarbeitet es weiter. Dieses Verfahren wird auch als Tunneling bezeichnet, da die zu schützenden Daten wie durch einen Tunnel fließen. Dabei stellt das VPN sicher, dass die Daten auf dem Transport weder mitgelesen noch verändert werden können und dass sie von einem autorisierten Sender stammen.