IT-Gehälter im Vergleich

Software-Ingenieure verdienen 72.000 Euro

10. September 2014
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Im Schnitt verdient ein Software-Ingenieur 72.000 Euro im Jahr. Dabei spielen Branche, Unternehmensgröße und Arbeitsort eine Rolle, wie die Berater von Kienbaum feststellen.
Julia Zmitko ist Vergütungsexpertin bei Kienbaum. "Das Gehalts-Ranking von Spezialisten und Sachbearbeitern zeigt, welche Funktionen einen besonders hohen Stellenwert im Unternehmen haben", sagt sie.
Julia Zmitko ist Vergütungsexpertin bei Kienbaum. "Das Gehalts-Ranking von Spezialisten und Sachbearbeitern zeigt, welche Funktionen einen besonders hohen Stellenwert im Unternehmen haben", sagt sie.
Foto: Julia Zmitko, Kienbaum

Ein ITler ist ein ITler ist ein ITler? Nicht nach den Daten des Vergütungsreports "Spezialisten und Fachkräfte 2014", den der Managementberater Kienbaum aus Gummersbach vorlegt. Wie hoch die Gesamtdirektvergütung eines Informatikers ausfällt, hängt nicht nur von der Tätigkeit ab, sondern auch von Branche, Unternehmensgröße und Arbeitsort.

Kienbaum sieht sich in dem Report die Gehaltsdaten von rund 13.000 Spezialisten und Sachbearbeitern aus mehr als 600 Unternehmen in Deutschland an. Informatiker stehen demnach nicht an der Spitze: am Besten verdienen Referenten in der Rechtsabteilung und Produktmanager. Sie kommen jeweils auf ein Jahresgehalt von 81.000 Euro. Es folgen Projektleiter mit 80.000 Euro sowie Spezialisten in Forschung und Entwicklung mit 78.000 Euro.

An vierter Stelle rangieren erstmals Informatiker, nämlich IT-Anwendungsanalysten. Sie beziehen laut Kienbaum 77.000 Euro pro Jahr. Die Gummersbacher nennen einige weitere Vergütungsgrößen in der IT: Software-Ingenieure beziehen 72.000 Euro im Jahr und Systemadministratoren (Systembetreuer) 61.000. Anwendungsentwickler (Anwendungsprogrammierer) verdienen 60.000 Euro pro Jahr und IT-Supporter 48.000.

61.000 für den Systembetreuer und die Chefsekretärin

Zum Vergleich noch ein Blick auf einige Sachbearbeiter: Chefsekretärinnen erhalten 61.000 Euro - genauso viel wie Systembetreuer also. Servicetechniker sowie Kundendienstmitarbeiter liegen jeweils bei 55.000 Euro pro Jahr. Gehaltsbuchhalter und Laborfachkräfte verdienen 54.000 Euro.

"Das Gehalts-Ranking von Spezialisten und Sachbearbeitern zeigt, welche Funktionen einen besonders hohen Stellenwert im Unternehmen haben", kommentiert Julia Zmitko, Vergütungsexpertin bei Kienbaum. Was jemand verdient, hängt faktisch immer von verschiedenen Faktoren ab. Konkret:

Unternehmensgröße: "Eine wichtige Einflussgröße auf die Rangfolge der Topverdiener ist die Größe des Unternehmens, denn einige Funktionen kommen überwiegend in größeren Unternehmen vor", sagt Zmitko. So kann ein Spezialist für dieselbe Tätigkeit 19.000 Euro mehr oder weniger verdienen - je nachdem, ob er für eine 50-Mann-Firma arbeitet oder für einen Konzern mit mehr als 5.000 Mitarbeitern.

Branche: Wer sich als Spezialist in der Pharmaindustrie verdingt, kann im Schnitt mit einem Jahresgehalt von 91.000 Euro rechnen. BankenBanken zahlen üblicherweise 81.000 Euro, im Einzelhandel sind es 64.000 Euro. "Zwischen den verschiedenen Branchen sind zwar große Unterschiede zu erkennen, im Allgemeinen zeigen unsere Studien aber, dass der Geschäftsgegenstand nur bedingt Einfluss auf das GehaltGehalt hat", fügt Zmitko an. Unternehmensgröße und die eigene Qualifikation wirken sich stärker aus. Alles zu Gehalt auf CIO.de Top-Firmen der Branche Banken

Arbeitsort: Spezialisten, die viel verdienen wollen, sollten sich in Düsseldorf oder München umsehen. In beiden Städten liegt die Vergütung zehn Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Frankfurt weist ein Plus von acht Prozentpunkten auf und Köln - einen Katzensprung von Düsseldorf entfernt - ein Plus von sechs Prozentpunkten.

Nicht primär pekuniär orientiert sollte sein, wen es in den Osten zieht. In Dresden, Leipzig und Halle müssen Spezialisten ein Minus von durchschnittlich 16 Prozentpunkten hinnehmen.

Letztlich sind das aber nur Eckpunkte. Zmitko betont: "Außerdem ist die Einkommenshöhe bei Spezialisten und Sachbearbeitern durch den Verantwortungsumfang geprägt, den die jeweilige Position beinhaltet."