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Markt für IT-Berater

Tagessätze für IT-Berater kommen in Bewegung

Karsten Tampier ist Managing Consultant und Leiter Backoffice beim Münchener IT-Benchmarking-Unternehmen Maturity. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Client-Services, IT-Infrastruktur, Marktpreis-Analysen und IT-Betriebskosten. Zuvor arbeitete Tampier bei einem amerikanischen IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen sowie einem Internet-Provider.
Im Bereich der Anwendungen lässt die hohe Nachfrage die Preise der IT-Berater steigen. Dagegen stehen die Tagessätze für IT-Infrastruktur-Experten unter Druck.

Software ist das jüngste, aktuelle und nächste große Ding: Wir leben in eine "Ära der Algorithmen", in einer "App-Economy" und im "goldenen Zeitalter der Anwendungsentwicklung". Oder, wie es der Internet-Pionier Marc Andreessen schon vor fünf Jahren prophezeit hat: "Software frisst die Welt". Vor allem bei Anwendungen zeigt sich derzeit ein hoher Bedarf an Fachkräften - geschäftliche Innovationen, IT-Security sowie der Einsatz neuer Technologien fordern ihren Tribut an frischen Skills.

Schere zwischen IT-Infrastruktur Applikationen

Mit Folgen: IT-Organisationen sind zunehmend auf die Unterstützung durch externe Berater ihrer IT-Provider und Outsourcing-Dienstleister angewiesen, deren Fachwissen und Erfahrung die wirtschaftliche Umsetzung von IT-Lösungen gewährleisten soll. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass sich in den vergangenen Jahren eine Schere zwischen der IT-Infrastruktur (Commodity) und dem Segment der Applikationen (Wettbewerbsvorteil) geöffnet hat.

Erkennbar ist das an den Preisen der IT-BeraterIT-Berater, die von den Dienstleistern aufgerufen werden: Während der Tagessatz für einen Projektmanager in der IT-Infrastruktur in Deutschland und Österreich seit dem Höchststand 2013 um rund vier Prozent gefallen ist, legte der Preis für einen Anwendungsentwickler einer vergleichbaren Skill-Stufe im gleichen Zeitraum um rund zwei Prozent zu. Alles zu Consultant News auf CIO.de

Gegensätzliche Entwicklungen bei Tagessätzen für Berater

Der Abschwung der Tagessätze in der IT-Infrastruktur hat sich vornehmlich in der obersten Leistungsgruppe der Experten abgespielt, wie aus unseren Analysen laufender Outsourcing-Verträge bezüglich der Preise und Leistungen hervorgeht. Während die Sätze für IT-Architekten oder Projekt-Manager in der Infrastruktur seit Jahren rückläufig sind, steigen die Tagespreise für die unterste Skill-Stufe laut den Untersuchungen langsam, aber stetig an. Dieser Trend wird sich voraussichtlich auch im laufenden Jahr nicht ändern: Für die obere Leistungsklasse erwarten wir einen weiteren Rückgang des durchschnittlichen Tagessatzes von rund 2,5 Prozent auf 1234 Euro.

Diesen Abschwung bei den "teuren" Experten hat es im Bereich der Anwendungsentwicklung in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Zwar fiel der Anstieg des Salärs etwa für die Konzeption und Umsetzung von Gesamtlösungen nur moderat aus, aber mit 1327 Euro pro Tag liegt der Wert auf einem Höchststand. Das sind im Durchschnitt rund 650 Euro mehr als für einen Einsteiger mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung.

2017 über 1350 Euro pro Tag

Auch in den anderen Ebenen der Anwendungsentwicklung steigen die Tagessätze seit 2013 kontinuierlich an - so legte der Preis für Entwicklung, Design, Implementierung und die Wartung von Softwareanwendungen mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung um knapp vier Prozent auf 678 Euro zu.

Und die Entwicklung setzt sich fort: Im laufenden Jahr rechnen wir damit, dass die Tagessätze in der Applikationsentwicklung über alle Leistungsstufen um zirka 2,5 Prozent zunehmen. Architekten springen demnach über die Schwelle von 1.350 Euro pro Tag.

Tagessätze in der Schweiz

In der Schweiz sieht die Tendenz etwas anders als in Deutschland und Österreich aus, hier wird die Talfahrt der Tagessätze im Bereich IT-Infrastruktur der obersten Leistungsstufe 2016 voraussichtlich gebremst. 2015 wurden hier für einen IT-Architekten pro Tag im Durchschnitt 1937 Franken gezahlt, drei Jahre zuvor waren es noch 2130 Franken gewesen. Dies ist ein Rückgang um rund neun Prozent. Im gleichen Zeitraum kletterten die Tagessätze im Bereich der Anwendungsentwicklung von 1916 Franken auf inzwischen 2.027 Franken für einen Projektleiter mit mehr als fünf Jahren Berufserfahrung - ein Zuwachs von sechs Prozent. Umgerechnet ist dieser Projektleiter in der Schweiz mehr als 500 Euro teurer als in Deutschland oder Österreich.

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