Public IT


De-Mail: Web.de und GMX mit Zulauf

Telekom erhält 500 De-Mail-Aufträge

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Um De-Mail war es still geworden. Doch nun melden Telekom und 1&1 große Nachfrage bei Verwaltungen und Unternehmen. Auch das E-Government-Gesetz sorgt für Schwung.

Über 500 gewonnene Aufträge der öffentlichen Verwaltung für De-Mail meldet die Deutsche Telekom. Man profitiere „von dem großen Interesse des öffentlichen Sektors", heißt es in einer Presseerklärung.

Das im August 2013 in Kraft getretene E-Government-Gesetz (EGovG), werde die Nachfrage weiter anheizen, sagt die Telekom. Das Gesetz vereinfacht die elektronische Kommunikation mit Behörden. Diese sind künftig verpflichtet, elektronische Dokumente entgegenzunehmen.

De-Mail-Werbung der Deutschen Telekom am Flughafen Köln-Bonn. Das neue E-Government-Gesetz beflügelt das Geschäft mit Behörden.
De-Mail-Werbung der Deutschen Telekom am Flughafen Köln-Bonn. Das neue E-Government-Gesetz beflügelt das Geschäft mit Behörden.
Foto: Deutsche Telekom

Durch den Einsatz von elektronischer Kommunikation, so der Plan, können die Behörden ihre Durchlauf- und Bearbeitungszeiten verkürzen und Geld für Druck, Porto und Papier sparen. Alle Dokumente liegen dann medienbruchfrei online vor, sie müssen nicht noch einmal gescannt werden oder physisch transportiert und archiviert werden. Die Bürger können sich durch den Einsatz von De-Mail den Gang zur Behörde und damit Wartezeiten sparen.

BSI verlängert Vorrechtsphase für De-Mail-Domains

Gleichzeitig hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als De-Mail-Aufsichtsbehörde die so genannte Vorrechts- oder Sunrisephase zur Vergabe von De-Mail-Domains bis zum 30. Juni 2014 verlängert. Unternehmen, Behörden und die öffentliche Verwaltung, die sich für De-Mail registrieren, können deswegen auch noch 2014 eine De-Mail-Subdomain mit ihrem Namen beantragen. Beispiel: Der Inhaber von "MeineInstitution.de" beantragt "MeineInstitution.de-mail.de" als De-Mail-Domain. Als Grund für die Verlängerung nannte das BSI "das große Interesse“.

Passend zum Thema: Quiz zum Arbeitsplatz der Zukunft

De-Mail-Adressen mit der Subdomain: Vorname.Nachname@Meinefirma.de-mail.de können Unternehmen und Behörden einmalig im Rahmen ihrer De-Mail-Registrierung beantragen. Einzige Voraussetzung: Sie müssen die Inhaber der Toplevel-Domain „.de“ sein. Durch die Bindung an bestimmte Geschäfts- oder Verwaltungsakte - wie etwa Ausschreibungen – sei die öffentliche Verwaltung 2013 noch nicht in der Lage gewesen, De-Mail bereits zum Jahresende zu nutzen.

Die Deutsche Telekom hat gemeinsam mit der Stadt Potsdam und dem „IfG.CC - The Potsdam E-Government Competence Center“ - die Geschäftsprozesse und Brief-Kommunikation der Stadt Potsdam analysiert und dort nach eigenen Angaben ein erhebliches Nutzen- und Ergebnispotenzial beim Einsatz von De-Mail festgestellt. Die Ergebnisse ließen sich auch auf andere Städte übertragen, teilte die Deutsche Telekom mit.

Zwei Drittel wollen De-Mail in Unternehmen einsetzen

Auch United Internet (1&1, GMX, Web.de), Mitbewerber bei De-Mail, meldet ein starkes Interesse an De-Mail - und zwar bei der deutschen Wirtschaft. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen planten den Einsatz des neuen rechtssicheren Mail-Standards, schreibt United Internet. Das ergab eine Online-Befragung unter Entscheidern verschiedener Branchen.

Argumente für De-Mail hat United Internet in einer Befragung gesammelt.
Argumente für De-Mail hat United Internet in einer Befragung gesammelt.
Foto: United Internet Dialog

Als Hauptargument für De-Mail nannten die Experten eine optimierte Prozessqualität. Dazu zählten die Befragten vor allem die Medienbruchfreiheit in digitalen Prozessen. Als besonders wichtig beurteilten sie auch die Servicequalität und Kundenfreundlichkeit sowie die Reduzierung von Kosten. Rund die Hälfte der Befragten nannten an erster Stelle die Portokosten, gefolgt von Prozesskosten im Postaus- und Posteingang.

Whitepaper über De-Mail

Für Unternehmen, die den Einsatz von De-Mail planen, stellt United Internet das Whitepaper „De-Mail - Effiziente, rechtssichere, digitale Geschäftskommunikation“ zur Verfügung: Hier kann man es sich herunterladen. Die wichtigsten Fragen zum Thema beantwortet 1&1 auch in einem kurzen Video.

Mehr Nachfrage bei United Internet

Auch die Nachfrage bei den Verbrauchern steige, so United Internet: Zu Ende September 2013 hatten Gmx und Web.de rund 420.000 Nutzungsverträge abgeschlossen. Davon wurden 170.000 Nutzer abschließend identifiziert und für den neuen rechtsverbindlichen Kommunikationsstandard freigeschaltet. Neuere Zahlen gibt es erst wieder auf der Quartalspressekonferenz Ende März, sagte ein Firmensprecher. „Doch die Zahlen gehen weiter nach oben.“

Zur Startseite