Unbekanntere Schutz-Software erfolgreicher

Virenscanner entdecken nur jedes fünfte Schadprogramm

29. August 2006
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Von den neueren Viren, Würmern und sonstiger Malware gelangen 80 Prozent problemlos an den gängigen Antivirus-Lösungen vorbei. Das meldet das Australian Computer Emergency Response Team (Auscert). Wer heute Schadprogramme verbreiten wolle, teste sie vorher an den marktüblichen Filtern.

Graham Ingram, General Manager von Auscert, geht gleich in die Vollen: Die gängige Viren-Software verzeichne "Fehlerraten" - von "Erfolgsraten" könne nicht mehr gesprochen werden, so der Australier.

Geht es allerdings um konkrete Tipps, hält sich der Manager bedeckt. Herstellernamen will er nicht nennen. Ingram verweist nur vage darauf, dass kleine, unbekanntere Filter besser abschneiden - der Begriff "besser" umschreibt aber immer noch eine Fehlerquote von 60 Prozent.

Mangelnde Kooperation der Hersteller blockiert effizienteren Schutz

Hintergrund ist nicht nur das steigende Know-how der Verbreiter von Schad-Codes, die permanent nachrüsten, sondern auch die mangelnde Kooperation der Hersteller von Schutzprogrammen: Weil die sich nicht in die Karten gucken lassen und sich untereinander nicht austauschen, verhindern sie, dass die User effizienter geschützt werden.

Graham Ingram schreibt in seinem Report: "Diese Entwicklung und der Erfolg der Virenproduzenten machen mir Sorgen."