Hamburger IT-Strategietage


IT-Strategietage 2016

Vorstandsthema Digitalisierung

19. Februar 2016
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
IT muss nah an die Geschäftsbereiche heranrücken und dort vordenken, fordert Ingrid-Helen Arnold, CIO und CPO (Chief Process Officer) sowie Mitglied des Global Managing Boards der SAP SE. Beim Softwarehersteller geschieht das unter anderem durch offene Kommunikationsmöglichkeiten und Bootcamps, in denen Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen wie in einem Startup Prototypen entwickeln.
Referentin auf den Hamburger IT-Strategietagen 2016: Ingrid-Helen Arnold, CIO und CPO (Chief Process Officer) sowie Mitglied des Global Managing Boards der SAP SE
Referentin auf den Hamburger IT-Strategietagen 2016: Ingrid-Helen Arnold, CIO und CPO (Chief Process Officer) sowie Mitglied des Global Managing Boards der SAP SE
Foto: Foto Vogt

Es schmerze, wie wenig die Potenziale der Technologie genutzt werden, sagt Ingrid-Helen Arnold, CIO und CPO (Chief Process Officer) sowie Mitglied des Global Managing Boards der SAP SESAP SE, zu Beginn ihres Vortrags auf den Hamburger IT-Strategietagen. Sie selbst habe 2015 gebaut und erzählt, dass sie ihr Leben lang noch nie so viel Papier bearbeiten musste wie in dieser Zeit. Alles zu SAP auf CIO.de

Doch es gibt auch Beispiele dafür, wie Technologie eine digitale Welt ganz neu gestaltet. Etwa in Hamburg, wo stark an Themen wie Smart City, Online-Universitäten, virtuellen Museen und digitaler Verkehrssteuerung gearbeitet wird. Oder in einzelnen Unternehmen - Arnold nennt hier das Beispiel UberRUSH, mit dem die Online-Vermittlung für Fahrdienstleistungen ihr Geschäftsmodell um einen Lieferdienst erweitert hat.

IT ist ein Vorstandsthema mit Fokus auf Wandel, Transformation und neue Geschäftsmodelle, so Arnold. Außerdem müsse IT nah an die Geschäftsbereiche heranrücken und dort vordenken. IT als Business-Funktion fußt für Ingrid-Helen Arnold auf drei Kernsäulen:

Säule 1: Industrialisierer und Modernisierer des Bestehenden

Bei SAP selbst hat man im vergangenen Jahr Kernprozesse neu aufgesetzt. Heute laufen dort Kernprozesse in einer Private Cloud, unterstützende Prozesse werden in eine Public Cloud verlagert.

Säule 2: Wegbereiter des Wandels

Bei dieser zweiten Säule betont Arnold die Bedeutung, alle beteiligten Mitarbeiter in diesem Veränderungsprozess mitzunehmen und offen zu kommunizieren. Bei SAPSAP gibt es dafür unter anderem die Social Plattform Talk to the CIO, bei der sich jeder mit Belangen rund um IT melden kann. Mitarbeiter werden nicht nur gehört, sie werden in sogenannten Intrapreneurship Bootcamps aktiv in den Wandel einbezogen und zum unternehmerischen Denken animiert. In diesen Bootcamps kommen Menschen aus ganz unterschiedlichen Unternehmensbereichen zusammen und entwickeln in kurzer Zeit Prototypen. Top-500-Firmenprofil für SAP SE

Säule 3: Inkubator für neue Geschäftsmodelle

So ist unter anderem eine Applikation entstanden, um virtuell Fahrgemeinschaften zu gründen. Mit dieser App wurden bislang mehr als 40.000 Fahrgemeinschaften gegründet, mit denen die Angestellten mehr als eine Million gefahrene Kilometer einsparen konnten. Die Messungen von SAP gehen über den Umweltaspekt hinaus: Durch die Applikation haben sich mehr als 2.500 Manntage an Gesprächen zwischen Menschen ergeben, die auf andere Weise vielleicht nie ins Gespräch gekommen wären. Das sei von allen Seiten gewinnbringend, so Arnold. Viele solcher so entstandenen Applikationen seien mittlerweile auch schon extern verfügbar.

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