Hamburger IT-Strategietage


IT-Strategietage

Wie Bayer Healthcare mit Social Media umgeht

Als klar war, dass der Ruf des Unternehmens beschädigt werden könnte, reagierte das Management. Social Media bekam fortan eine hohe Priorität zugesprochen, sagt CIO Matthias Moritz.
Matthias Moritz, CIO der Bayer Healthcare AG, sprach auf den Hamburger IT-Strategietagen.
Matthias Moritz, CIO der Bayer Healthcare AG, sprach auf den Hamburger IT-Strategietagen.
Foto: Bayer HealthCare AG

Wer glaubt, dass Mitarbeiter nicht bei FacebookFacebook sind, nur weil Facebook in der Firma geblockt ist, der irrt. Sie gehen einfach über ihre privaten mobilen Geräte auch auf der Arbeit zu Facebook. Damit begann CIO Matthias Moritz von Bayer Healthcare seinem Vortrag "Social MediaSocial Media: Nicht auf Rezept und ohne Beipackzettel?". Er sprach darüber, was man mit Websites wie Facebook und Social Media insgesamt machen kann – und was man besser unterlassen sollte. Alles zu Facebook auf CIO.de Alles zu Social Media auf CIO.de

Der anfängliche Umgang mit Social Media bei Bayer Healthcare zeigt Parallelen zu vielen Unternehmen. So führte Moritz vor zwei Jahren bei Bayer Healthcare einen kurzen Film über Social Media vor. Der Inhalt: Was ist Social Media und was kann man damit machen. Die Reaktion von Führung und Mitarbeitern lässt sich mit einem Wort beschreiben: Keine.

Einige Zeit später. Ein Mitarbeiter twitterte etwas Falsches über ein Bayer-Produkt. Sofort wurde eine Task Force aufgebaut. Selbst Rechtsanwälte mussten mit ins Boot gerufen werden. Auch der CIO wurde sofort zur Hilfe geholt. Seitdem nahm der Einsatz von Social Media bei Bayer stetig zu.

Als Wirkstoffe von Social Media hat Moritz Einfachheit, Reichweite Interaktivität und Schnelligkeit ausgemacht. Wie ein Unternehmen wesentlich von Social Media profitieren kann, legte der CIO anhand der Männerkosmetikmarke Old Spice dar. Die Marke sollte mit einer Marketing-Kampagne eine Wiederbelebung erfahren. Das Video lief auf Youtube und schaffte in wenigen Tagen mehrere Millionen Abrufe. Und damit nicht genug. Zurzeit kommt die Marke auf über 122.000 Follower bei Twitter. Der Spot - eigentlich für die Fernseh-Ausstrahlung produziert - hätte im TV niemals diese Reichweite geschafft, so Moritz und ergänzt, dass zunehmend auch andere Unternehmen wie zum Beispiel Adidas mehr und mehr die Wirkung von Social Media erkennen.