Umstieg von Windows 7

"Windows-10-Migration fordert IT-Manager heraus"

18. Dezember 2015
Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Viele Unternehmen sehen die Vorteile von Windows 10 und beschäftigen sich mit einer Migration. Doch knifflige Datenschutzeinstellungen, die Integration mit der Cloud und das neue Windows-as-a-Service-Modell machen die Vorbereitungen zu einem komplexen Unterfangen, berichtet Jochen Rapp, Solution Manager bei Computacenter, im Interview.

Unter Privatanwendern verbreitet sich Windows 10 bislang schneller als alle anderen Windows-Versionen. Wie wird die Plattform von deutschen Unternehmen angenommen?

Jochen Rapp: Auch in Unternehmen wird Windows 10 sehr gut angenommen, die Nachfrage ist sogar noch größer als bei Windows 7. Wobei man jedoch noch nicht von einer wirklichen Verbreitung sprechen kann, denn primär laufen in den Unternehmen aktuell noch die Vorbereitungen auf Windows-10-Migrationen. Dazu gehören Proof-of-Concepts, Analysen für rollenbasierte IT-Ausstattungen, Backend-Anpassungen und Vorbereitungen sowie Windows-10-Pilotumgebungen mit ersten Benutzergruppen, die Windows 10 im kleinen Rahmen 'ausprobieren'. Die eigentlichen großflächigen Rollouts erwarten wir ab Anfang 2016.

Computacenter-Experte Jochen Rapp: "Großflächige Rollouts von Windows 10 erwarten wir ab Anfang 2016."
Computacenter-Experte Jochen Rapp: "Großflächige Rollouts von Windows 10 erwarten wir ab Anfang 2016."
Foto: Computacenter

Was sind aus Ihrer Projekterfahrung die ausschlaggebenden Gründe für eine Migration auf Windows 10 im professionellen Umfeld?

Jochen Rapp: Unsere Kunden sehen einige spannende Mehrwerte bei Windows 10. Dazu gehört, dass es eine einheitliche Plattform für Entwicklung, Nutzung und Management über alle Geräte und Applikationen hinweg bietet. Weitere Vorteile sind die Unterstützung von modernen Touch-Geräten, eine deutlich höhere Sicherheit im Vergleich zu den Vorgänger-Versionen und die vereinfachten Möglichkeiten für die automatisierte Installation. Aber auch die Support-Verlängerung gegenüber Windows 7 und Windows 8 kommt bei den Kunden gut an.

Windows 10: "Datenschutz ist ein Kritikpunkt"

Was spricht aus Sicht der Unternehmen gegen einen Umstieg?

Jochen Rapp: Das Thema Datenschutz ist ein Kritikpunkt. Es wird oft bemängelt, dass Windows 10 im Hintergrund Daten an MicrosoftMicrosoft sendet. Zwar können Kunden der Enterprise Edition dieses Verhalten von Windows 10 abschalten, die Konfiguration muss dafür aber mit Blick auf die Richtlinien der Kunden genau analysiert und eingestellt werden, um eine ungewünschte Datenweitergabe zu verhindern. Alles zu Microsoft auf CIO.de

Zudem birgt das umfangreiche Paket aus neuen Funktionen sowie die Integration mit Cloud und Backend bei der Migration viel Komplexität. Und nicht zuletzt bringt auch das neue Windows-as-a-Service für Unternehmen zahlreiche Herausforderungen mit sich: existierende Prozesse sind ja in der Regel noch nicht auf regelmäßige kleine Updates alle paar Wochen oder Monate ausgerichtet, sondern eher auf die bisher üblichen großen Updates, die eher im Abstand von einigen Jahren stattfanden.

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