Analysten-Kolumne

SOA trifft auf BI

25.10.2006, von Joachim Philippi

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Die SOA-Welle hat jetzt auch die Welt der entscheidungsunterstützenden Systeme, der Reporting- und Analyse-Werkzeuge erreicht. Der Hype ist groß. Doch ist SOA wirklich die Wunderwaffe, mit der sich die Integrationsprobleme der Business Intelligence Suiten lösen und Active beziehungsweise Real Time Data Warehousing-Lösungen leicht und elegant umsetzen lassen?

Joachim Philippi, Steria Mummert Consulting AG: "Konsequente Umsetzung einer BI-Lösung mit SOA ist die Ausnahme."Vergrößern
Joachim Philippi, Steria Mummert Consulting AG: "Konsequente Umsetzung einer BI-Lösung mit SOA ist die Ausnahme."

Während das Konzept der Service Orientierten Architekturen, im Umfeld von ERP-Standardsoftware und operativen Systemen laut Gartner bereits den "Höhepunkt der überzogenen Erwartungen" erreicht hat ("SOA bedeutet den Tod von ERP") und bereits SOA 2.0 propagiert wird, war das Thema in der BI-Community lange Zeit nicht präsent. In den vergangenen zwei Jahren wurde das Schlagwort SOA dann aber von nahezu allen Herstellern von BI-Werkzeugen gleichzeitig aufgegriffen. Die Idee einer Service Orientierten (BI-) Architektur wurde zur zentralen konzeptionellen Basis für die Weiterentwicklung der BI-Suiten von Herstellern wie Arcplan, Business Objects, COGNOS bis ORACLE, SAP bis hin zu SAS. Mit SOA soll sich nicht nur die Interaktion der einzelnen Werkzeugkomponenten eines Herstellers wie beispielsweise das Zusammenspiel von Planung und Reporting verbessern, es wird auch versprochen, dass sich für den Anwender eine Vielzahl von Vorteilen in Bezug auf Flexibilität, Kosteneffizienz und Investitionssicherheit ergeben.

Viele der Heilsversprechen von SOA erinnern doch sehr an den Hype um Geschäftsprozesse, Workflow oder auch Objektorientierte Architekturen vor zehn bis 15 Jahren. Kritische Stimmen weisen zu Recht auf die Probleme hin: Angefangen bei den Schwierigkeiten, den Return on Investment einer SOA zu rechnen, über offene Fragen zu SOA-Governance bis hin zu Spaghetti-SOA und Problemen bei Qualität und Performance. So passt es ins Bild, dass aktuell weniger als zehn Prozent der Unternehmen im Thema SOA wirklich aktiv sind.

Wird SOA als rein technische Disziplin und nicht als Management-Prozess verstanden, ist die Gefahr in der Tat groß, damit zu scheitern. Aber es wäre fatal daraus den Schluss zu ziehen, dass man die SOA-Welle beruhigt ausrollen lassen könnte, um auf die nächste Welle zu warten. Denn die Probleme, die SOA adressiert, existieren in fast allen Unternehmen und sind seit vielen Jahren ungelöst: Monolytische, unflexible Anwendungssysteme, die die Geschäftsprozesse ungenügend bis gar nicht unterstützen.

Was aber bedeuten Service Orientierte Architekturen für Business Intelligence?

Die Verbindung von Business Intelligence und Geschäftsprozess-Management verspricht einen Paradigmenwechsel mit enormem Potenzial für die Firmen. Höhere Reaktionsgeschwindigkeit auf Marktveränderungen, weniger Reibungsverlust bei Prozessumstellungen oder schnelleren Return on Investment.

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